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Noch ein kleines Geheimnis – Was ist Wagram?

Noch ein kleines Geheimnis  – Was ist Wagram?
Copyright Weingut Diwald

Es ist zwar nicht gerade eine unverzeihliche Bildungslücke über Wagram nichts zu wissen. Noch nicht, denn das dürfte sich bald ändern. Denn Wagram ist eine kleine, höchst interessante Weinregion mit einem enormen Potential.

Die Österreicher haben etwas zu verbergen. Nein, damit ist nicht das Bankgeheimnis oder der nächste Überraschungsgast des Opernballs gemeint, sondern vielmehr eine eher unscheinbare Weinregion im, die Wagramer Bevölkerung möge es verzeihen, Hinterland von Wien. Früher hiess das Gebiet einmal Donauland, bevor es 2007 in Wagram umbenannt wurde.

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Es umfasst 2.451 Hektar Rebflächen, die sich auf unterschiedliche Zonen verteilen. Das eigentliche Wagram nördlich der Donau, die kleinen Weinorte des Tullnerfelds südlich der Donau und die historische Weinstadt Klosterneuburg vor den Toren von Wien. Die bekanntesten Weinbauorte nennen sich Feuersbrunn, Fels, Grossriedenthal, Gösing, Kirchberg und Klosterneuburg mit der gleichnamigen renommierten Weinbauschule und Forschungsanstalt.

Veltliner Spezialitäten und mehr

Zu den Besonderheiten der Region zählen vor allem die Veltliner-Varianten. Neben dem würzig-pfeffrigen Grünen Veltliner ist hier auch der Rote Veltliner anzutreffen, eine uralte Rebsorte, die meist körperreiche Weissweine mit filigranen Aromen ergibt. Aber auch Riesling sowie der Blaue Zweigelt und mit Abstrichen der Spätburgunder können hier zu bemerkenswerten Qualitäten heranreifen.

Auch wenn die meisten Weingeniesser, die zumindest gelegentlich eine Flasche aus Österreich öffnen, mit dem Namen Wagram noch wenig anfangen können, ein Name dürfte ihnen geläufig sein: Bernhard Ott. Der „Falstaff Winzer des Jahres 2008“ zählt zu den österreichischen Top-Erzeugern und gilt als Spezialist der Sorte Grüner Veltliner. 95 Prozent seiner 30 Hektar Rebflächen sind damit bepflanzt und vor allem sein Grüner Veltliner „Engabrunner Stein“ ist beeindruckend. Er duftet nach Äpfeln und Steinfrüchten, Kräutern und mineralischen Akzenten und überzeugt mit seiner Eleganz und harmonischen Säurestruktur.

Doch Bernhard Ott, der seinen Betrieb 2006 auf biodynamische Bewirtschaftung umstellte, hat neben Spitzenweinen noch etwas anderes zu bieten. Die Ernte aus seinen vier Hektar Marillengärten wird zu Marmelade oder zu hochkarätigen Destillaten verarbeitet oder landet in der Küche des berühmten Münchner Restaurants Tantris.

Starke Newcomer

Trinkvergnügen im Glas bietet auch das 18 Hektar umfassende Bioweingut Diwald in Grossriedenthal. Der Jungwinzer Martin Diwald, dessen Eltern Paula und Hans bereits als eine der ersten österreichischen Winzer 1980 den Bioanbau eingeführt hatten, kann etwa mit dem starken Grünen Veltliner „Alte Weingärten“ punkten. Im Glas zeigt sich der Wein mit Aromen von Ananas, Honigmelonen, Bananen, Honig und feinen mineralischen Akzenten. Ein wahrer Gaumenschmeichler mit sehr gutem Lagerpotential. Überzeugend ist zudem der Riesling „Eisenhut Reserve“ mit seinen Noten von getrockneten Früchten, Honig, floralen Anklängen und einem kraftvollen Auftritt am Gaumen.

Beim Weingut Söllner in Gösing kommen vor allem die Freunde des Roten Veltliners auf ihre Kosten. Der „Berg Eisenhut“ überzeugt mit Aromen von Äpfeln und Orangenschalen, Grapefruit und mineralischen Komponenten. Auch die Besitzer Toni Söllner und Daniela Vigne bewirtschaften ihren 15 Hektar grossen Betrieb nach biologischer Wirtschaftsweise.

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Der biodynamischen Arbeitweise hat sich seit 2006 Karl Fritsch jun. vom Weinberghof Fritsch in Oberstockstall verschrieben. Ein Teil seiner 25 Hektar ist mit Spätburgunder bestockt und das Aushängeschild ist der Pinot Noir „P“ mit seiner Aromenpalette aus Kirschen, Lebkuchengewürzen und floralen Noten.

Wer sich noch intensiver in die beachtliche Palette der Wagramer Weine eintrinken möchte, kann das etwa in der Gebietsvinothek Weritas in Kirchberg unternehmen. Hier präsentieren rund 50 Winzer aus der Region eine Auswahl ihrer besten Weine. Ach ja, essen kann man im Wagram übrigens auch sehr gut, speziell bei Betrieben, die sich der regionalen Küche widmen. Da findet man dann unter anderem Feinstes von Flussfischen oder von den seltenen Mangalitza Wollschweinen.

Weingüter

Bioweingut Diwald, Grossriedenthal, www.weingut-diwald.at

Weinberghof Fritsch, Kirchberg am Wagram, www.fritsch.cc

Bernhard Ott, Feuersbrunn/Wagram www.ott.at

Weingut Söllner, Gösing am Wagram, www.weingut-soellner.at

Restaurants

Restaurant Gut Oberstockstall, Kirchberg am Wagram, www.gut-oberstockstall.at/restaurant

Gastwirtschaft Floh, Langenlebarn, www.derfloh.at

Vinothek

Gebietsvinothek Weritas, Kirchberg am Wagram, www.weritas.at

Über den Autor

Wolfgang Hubert ist seit über 20 Jahren als Weinjournalist, Verkoster und Autor tätig und war bis 2008 außerdem Chefredakteur des Magazins „getränke markt“. Seit Ende 2014 ist er Chefredakteur des Genussmagazins "selection".

Dazu schreibt oder schrieb er regelmässig diverse Beiträge unter anderem für WeinWisser, Vinum, Wein Gourmet, essen & trinken, sowie für renommierte Tages- und Wochenzeitungen.

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