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Verloren geglaubte Rebsorte weckt Hoffnung

20. September 2017 16:28

FRANKREICH (Saint-Mont) – Die lange verloren geglaubte Rebsorte Tardif weckt Hoffnungen bei Frankreichs Winzern. Sie wurde auf Drängen der Weingenossenschaft Plaimont gerade wieder zugelassen und könnte den Winzern helfen, dem Klimawandel zu trotzen.

Von Ruth Preywisch

Die verloren geglaubte Rebsorte Tardif
Die verloren geglaubte Rebsorte Tardif

Die Rebsorte Tardif galt lange als verloren, denn sie wurde wie viele andere Opfer der Reblaus Phylloxera. Doch 1999 entdeckte Plaimonts Weinforscher Jean-Paul Houbart sie in einem kleinen Weinberg im Dorf Sarragachies wieder, zusammen mit 21 weiteren alten Gascon-Sorten.

Der weniger als einen Hektar grosse Weinberg wächst auf sehr sandigen Böden, die die Reben erwiesenermassen vor Phylloxera schützen. Die ältesten Reben im Weinberg gehen bis in die 1830er Jahre zurück, einige der gefundenen Sorten sind völlig unbekannt und werden noch untersucht.

Tardif weist als Rebsorte eine eher langsame vegetative Entwicklung auf und erreicht die beste Reife erst Ende Oktober bis Anfang November. Geschmacksgebend sind so genannte Rotundone, eine Verbindung, die pfeffrige und würzige Aromen verursacht.

Die Genossenschaft Plaimont hat einige Tardif-Reben gerettet und nachgezüchtet. Seit 2015 wird mit dem Anbau auf Freiflächen experimentiert. Im kommenden Jahr soll ein ganzer Weinberg in Aignan mit rund 15000 Reben bepflanzt werden. Die erste Ernte wäre dann im Jahr 2020 zu erwarten.

Die Mitarbeiter bei Plaimont sind zuversichtlich. „Die Kinder gedeihen gut in der Kinderstube“ kommentierte Nadine Raymond, bei Plaimont als technische Koordinatorin verantwortlich für wiederentdeckte Rebsorten, die bisherigen Pflanzungen.

Auch wenn sie an der Qualität der Rebsorte nicht zweifeln, wird sie zu Beginn wohl in Mischungen unterkommen. Genauso ist Plaimont auch mit Manseng Noir, einer anderen alten Rebsorte, die sie schon vor einigen Jahren wiederbelebt hat, erfolgreich verfahren.

Die Genossenschaft hat mittlerweile 40 Hektare Manseng Noir unter den Reben und vermischt die Sorte mit Merlot in einem seiner Côtes de Gascogne IGP Weine. In den nächsten Jahren soll dann auch ein sortenreiner Manseng Noir entstehen. Und ihm folgt dann wohl auch irgendwann der erste sortenreine Tardif.

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