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Ratzenberger investiert im Mittelrheintal

12. April 2017 08:21

DEUTSCHLAND (Bacharach) – Das Weingut Ratzenberger hat zehn Hektar Rebfläche am Stück gekauft und ist damit der grösste VDP-Betrieb am Mittelrhein geworden.

Von Ruth Preywisch

Das Mittelrheintal ist als UNESCO-Weltkulturerbe weltbekannt, für Winzer aber ist es ein hartes Pflaster. Die Steilhänge sind nur in Handarbeit zu bewirtschaften und die zu erzielenden Preise entsprechen dem Aufwand eher nicht. Viele Winzer haben ihre Rebhänge deshalb aufgegeben, wobei der Negativ-Trend sich in den vergangenen Jahren verlangsamt hat.

Schönes Mittelrheintal
Schönes Mittelrheintal

Trotzdem war es ein Paukenschlag, als Ratzenberger Anfang April gleich zehn Hektar Steillage am Stück erworben hat. Der hoch angesehene, in der Region verwurzelte Winzer ist davon überzeugt, dass er aus der Lage „Rheindiebacher Fürstenberg“ wenige Kilometer südlich von Bacharach, die ihm jetzt fast ganz gehört, eine von Weltruf machen kann.

Früher war der Rheindiebacher Fürstenberg bekannt für edelsüsse Trockenauslesen und feinherben Kabinett, Ratzenberger ist aber davon überzeugt, dass hier auch grosse trockene Weine heranwachsen können. Die Lage verspreche einen weichen Weinstil, aber stabile Säurewerte, sagte er dem Magazin Fallstaff.

Bis es so weit ist, steht dem Winzer aber harte Arbeit bevor. Die Reben sind überwiegend in schlechtem Zustand, Ratzenberger wird nur knapp vier Hektar Altbestand stehen lassen und den Rest neu bepflanzen. Dafür will er auch neue Querterassen anlegen und die Rebflächen durch Wege besser erschliessen. Die bereits geplante Flurbereinigung in dem Gebiet kommt ihm dabei zu Gute.

Die ersten Trauben aus der neu erworbenen Lage wird Ratzenberger schon im Herbst lesen, doch bis die neuen Reben verwertbare Früchte tragen werden noch ein paar Jahre vergehen. Ratzenberger sieht in dem Projekt ohnehin eine langfristige Perspektive. Zum einen ist er sich sicher, dass sich die Investition von rund 750.000 Euro auszahlen wird, da er Chancen sieht, dass der beste Teil der Lage später mal als „grosse Lage“ klassifiziert werden könnte.

Und zum anderen steht seine Familie voll dahinter. „Meine jüngere Tochter war sogar bei den Verhandlungen dabei“, sagte er. Diese Art der Herangehensweise hat auch die bisherigen Grundstückseigentümer überzeugt, denn Ratzenbergers Gebot war nicht das höchste, aber offensichtlich das mit dem besten Gesamtkonzept.

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