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DOCa Rioja führt Einzellagen ein

17. Juni 2017 12:53

SPANIEN (Logroño) – Lange wurde diskutiert, jetzt ist sie beschlossene Sache: Der Kontrollrat der DOCa Rioja hat die neue Kategorie der „Viñedos Singulares“ als offizielle Klassifikation zugelassen. Der Markt signalisiere ein grosses Interesse an der Auszeichnung von Einzellagen, begründete der Rat die nicht unumstrittene Entscheidung.

Regionale Produzenten hatten sich schon seit einigen Jahren für die Einführung der neuen Kategorie stark gemacht. Sie wird zusätzlich zu den an der Ausbaudauer orientierten Qualitätsstufen Crianza, Reserva und Gran Reserva vergeben und soll über die genauere Herkunftsbezeichnung für weitere Differenzierung sorgen.

In der Rioja soll es nun auch Einzellagen geben.
In der Rioja soll es nun auch Einzellagen geben.

Einfach ist die Kategorie jedoch nicht zu bekommen, die Anforderungen sind weit strenger als im Standardwerk der DOCa. So verpflichten sich die Produzenten zum Beispiel zur Handlese, die Anlagen müssen mindestens 35 Jahre alt sein und die Erträge müssen um mehr als 20 Prozent unter den regulär von der Denominación zugelassenen liegen.

Gleichzeitig mit der neuen Kategorie der Einzellagen wurde auch eine Schaumwein-Kategorie aus klassischer Flaschengärung unter dem Siegel der DOCa eingeführt. Auch hier gibt es ein strenges Regelwerk. Erlaubt sind zwar weisse und Rosado-Schaumweine ohne Rebsorteneinschränkung, aber die zweite Gärung muss mindestens 15 Monate dauern und die Alkoholwerte müssen zwischen 11 und 13 Volumenprozent liegen.

Während die Schaumwein-Kategorie überwiegend positives Echo findet, fallen die Reaktionen auf die Einführung der „Viñedos Singulares“ gemischt aus. Nicht alle Winzer bewerten sie positiv, im Gegenteil. Gerade einige grosse und bekannte Weingüter sind skeptisch und fürchten, die neue Kategorie könne für Verwirrung sorgen. Traditionell werden in den Riojas nämlich Trauben aus der ganzen Region gemischt, und das nicht nur bei durchschnittlichen, sondern auch bei Spitzenweinen.

Eine Klassifizierung als Einzellage kommt dann natürlich nicht in Frage. Sollten die Konsumenten die neue Kategorie als Qualitätsmerkmal wahrnehmen und bevorzugen, hätten vor allem Letztere das Nachsehen. Sie müssten dann hoffen, dass die Kundschaft ihnen auch ohne Einzellagen-Auszeichnung vertraut und das Fehlen nicht mit mangelnder Qualität gleichsetzt.

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