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2 mal 3 – Frauenpower auf italienisch, Teil 2

2 mal 3 – Frauenpower auf italienisch, Teil 2
Copyright Wayne Maser

Nicht nur Nonino ist in Frauenhand, auch die drei Antinori-Schwestern geben in ihrem Reich den Ton an. Albiera, Allegra und Alessia Antinori stehen quasi auch für AAA+, im Finanzwesen die höchste Auszeichnung.

Ein schöneres Kompliment kann man von einem Elternteil eigentlich nicht bekommen. „Alle meine drei Töchter haben die beiden wichtigsten Zutaten für die Herstellung feinster Weine: Gehirn und Leidenschaft,“ lobt Marchese Piero Antinori. Und dass drei Töchter sozusagen die Chefinnen über das Antinori-Weinimperium sind, gab es in der über 830 Jahre langen Familienweingeschichte auch noch nie.

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Mein erstes Treffen mit den drei Schwestern war um die Jahrtausendwende. Alessia interviewte ich auf einer grossen Weinparty in der Düsseldorfer Innenstadt im Rahmen der ProWein, Albiera und Allegra traf ich kurz danach auf der Weinmesse Vinitaly in Verona. Und seit damals verfolge ich deren erstaunliche Karriere. Derzeit sind sie immerhin für 22 überwiegend hochkarätige Weingüter in 6 Ländern zuständig, wobei fast alle Betriebe der Familie komplett gehören, an einer Handvoll ist sie im Rahmen von Joint Ventures beteiligt.

Schwesternarbeit

Albiera, im Dezember 1966 geboren, erhielt ihren Master in Kommunikation an der IPSOA Business School in Mailand und studierte danach Weinbau an der Universität von Florenz und in San Michele all’Adige. 1986 stieg sie offiziell in den Familienbetrieb ein, war für die internationale Öffentlichkeitsarbeit zuständig und ist heute als Vizepräsidentin unter anderem für neue Weingutsprojekte und für die Umstrukturierung der bestehenden Weingüter sowie für Asien verantwortlich.

Allegra, die im Januar 1971 das Licht der Welt erblickte, ist seit 1990 in Antinoris Weinreich beschäftigt, war erst für die Aufsicht über die Ernte auf fast allen Weingütern der Familie zuständig und übernahm dann die Leitung als Direktorin für Kommunikation und Sonderprojekte. Heute managt sie hauptsächlich die gastronomischen Initiativen des Hauses, darunter Procacci-Filialen in Wien und Singapur und das Projekt Pèppoli Pebble Beach Resorts in Kalifornien sowie die Produktion von Bio-Lebensmittel bei Guado al Tasso Estate in Bolgheri. Daneben betreut sie noch das „La Cantinetta Antinori“-Konzept mit. Das sind vier Osterien in Florenz, Zürich, Wien und Moskau, wo Allegra zeigen will, wie gut ihre Weine vorwiegend zur italienischen Küche passen.

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Die Antinori-Schwestern mit eigenem Wein in den eigenen Weinlagen

Alessia, geboren im Dezember 1975, studierte Weinbau und Oenologie an der Agraruniversität in Mailand und arbeitet seit 1998 als Oenologin im Betrieb mit. 2003 und 2004 war sie zudem Präsidentin der Primum Familiae Vini, einer Organisation von zwölf der renommiertesten Weinfamilien der Welt. Von 2006 bis 2008 war sie als Exportmanagerin für die Märkte vor allem im Nahen Osten, weite Teile Asiens und Australien zuständig und Antinori-Botschafterin in den USA. Seit ein paar Jahren führt sie in erster Linie das familieneigene Schaumwein-Haus in Franciacorta und betreut den US-Markt.

Hobbys und kulinarische Vorlieben

Ebenso wie die Nonino-Schwestern haben sie im Betrieb mehr als genug zu tun und daneben noch immer etwas Zeit für ausserberufliche Aktivitäten. „Meine Hobbys sind Kunst, Tennis und Skifahren“, meint Alessia. „Auch wen das mit einem kleinen Kind nicht immer so einfach ist, aber ich schaffe es, etwas Zeit für meine Interessen zu finden.“

Allegra fährt ebenfalls gerne Ski, reitet und spielt Tennis, während Albiera Vierbeiner bevorzugt. „Ich gehe Reiten oder mache Dressurreiten, jeden Morgen, wenn ich Zeit habe.“
Und welche Weine mögen sie zu welchem Essen besonders? Bei einem derartig grossen Angebot von eignen Weinen eine schwierige Frage. Nun denn, Alessia bevorzugt Tignanello zu Steak vom Chianina-Rind. Allegra geniesst Il Bruciato zusammen mit Curry-Huhn und Albiera liebt Tignanello zu Wildschweinbraten oder Risotto mit Taubenbrüstchen.

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Und zum Abschluss darf es auch einmal ein anderes Gläschen sein. Denn die drei Antinori-Schwestern sehen ihren Schwerpunkt zwar eindeutig beim Wein, aber sie machen auch ein bisschen Grappe in ihren Weingütern Tignanello und Prunotto.

Antinori und Nonino. Zwei sympathische Schwesterntrios, die Italiens Wein- und Grappawelt aufmischen und auch auf dem internationalen Parkett eine sehr gute Figur machen.

Über den Autor

Wolfgang Hubert ist seit über 20 Jahren als Weinjournalist, Verkoster und Autor tätig und war bis 2008 außerdem Chefredakteur des Magazins „getränke markt“. Seit Ende 2014 ist er Chefredakteur des Genussmagazins "selection".

Dazu schreibt oder schrieb er regelmässig diverse Beiträge unter anderem für WeinWisser, Vinum, Wein Gourmet, essen & trinken, sowie für renommierte Tages- und Wochenzeitungen.

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