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Wie man Wein den Gästen am Tisch richtig serviert

Wie man Wein den Gästen am Tisch richtig serviert
Copyright iStockphoto Jill Chen

Es gibt nichts einfacheres als ein Glas einzuschenken. Möchte man meinen. Doch wenn Gäste da sind empfiehlt es sich, auf ein paar Punkte zu achten.

Am besten öffnet man die Flasche am Tisch, vor den Augen der Gäste, sofern der Wein nicht dekantiert werden muss. Zugegeben, ein bisschen Show darf da mit dabei sein, aber traditionell wird das so gemacht, damit demonstriert werden kann, dass es sich auch wirklich um diesen Wein handelt und der Gastgeber nicht etwa in die zuvor geleerte Flasche einen billigeren Tropfen gefüllt hat.

Ist die Flasche dann geöffnet, riecht man am Korken, ob dieser in Ordnung ist und wenn ja, säubert man den Flaschenhals mit einem sauberen Tuch oder einer Serviette. Letzteres braucht man bei Weinen mit Glasstopfen oder Schraubverschluss nicht machen.

Wein zuerst prüfen

Aber bevor man dann den Wein den Gästen einschenkt, sollte man ihn erst in ein Glas giessen und optisch prüfen. Scheint die Farbe in Ordnung zu sein oder man ist sich nicht sicher, probiert man entweder selbst oder lässt ihn von einem anderen der Anwesenden probieren, um zu testen, ob der Wein auch keinen Fehler hat.

Ist man sich nicht sicher, ob der Wein auch jedem Anwesenden schmeckt, sollte man in jedes Glas erst einen Schluck giessen und die Reaktionen abwarten. Schliesslich mag nicht jeder etwa in Barriques ausgebaute Weine, die Rebsorte oder die Region. Oder die Säure ist zu ausgeprägt, dazu gibt es reine Weiss-, Rot- oder Roséweintrinker. Wenn man also nicht die Vorlieben der Anwesenden kennt, wäre es ein Zeichen bester Gastfreundschaft, Alternativen bereit zu halten.

Das Flaschenhalten und Einschenken

Ist alles abgeklärt, giesst man den Wein vorsichtig in die Gläser ein. Entweder von oben oder man nimmt das Glas in die Hand und hält es etwas schräg, je nach persönlicher Vorliebe. Wie die Flasche beim Einschenken gehalten wird, ist nicht nur eine Frage des Stils. Der beste Punkt, um eine volle Weinflasche mit einem Gewicht von etwa 1,2 Kilogramm zu halten, ist in der Mitte des Bauches. Dabei sollte das Etikett nach oben zeigen, damit die Gäste es sich nochmals ansehen können.

Bei einer entsprechend schwereren Magnum- oder Doppelmagnumflasche sollte man diese mit beiden Händen halten. Einen Bocksbeutel wiederum hält man so, dass die Seite mit dem Etikett nach oben zeigt und der Daumen auf dem Etikett liegt.

Stehen normal grosse Gläser auf dem Tisch, füllt man sie maximal zu einem Drittel, grössere Gläser nur bis zu einem Viertel voll. Das kann zwar launige Kommentare über die Sparsamkeit des Gastgebers nach sich ziehen, aber wer seinen Wein im Glas schwenken will, wird beim randvollen Einschenken so seine Probleme haben, deren Lösung im ungünstigen Fall unter „Vorurteile und Mythen – Teil 1: Weinflecken“ nachzulesen ist.

Ausserdem kann sich das Bukett im vollen Glas schwerer entfalten. Nur bei Schaum- oder Perlweinen spricht nichts dagegen, das Glas bis zu drei Viertel zu füllen.

Wechselt man im Laufe des Abends den Wein, sollte man neue Gläser bereitstellen. Alternativ kann man die gebrauchten Gläser avinieren – was übrigens auch vor dem ersten Einschenken ratsam ist – um die Gerüche des bisherigen Weines – beziehungsweise eventuelle Fremdgerüche durch Spülmittel oder längeres Aufbewahren im Schrank – nicht mit dem neuen Wein zu vermischen.

Das klingt vielleicht alles erst einmal aufwändig oder gar kompliziert. Aber keine Sorge, wenn man das ein- oder zweimal gemacht hat, ist das alles ein Kinderspiel, beziehungsweise, wegen des alkoholischen Inhalts, ein Erwachsenenspiel.

Über den Autor

Wolfgang Hubert ist seit über 20 Jahren als Weinjournalist, Verkoster und Autor tätig und war bis 2008 außerdem Chefredakteur des Magazins „getränke markt“. Seit Ende 2014 ist er Chefredakteur des Genussmagazins "selection".

Dazu schreibt oder schrieb er regelmässig diverse Beiträge unter anderem für WeinWisser, Vinum, Wein Gourmet, essen & trinken, sowie für renommierte Tages- und Wochenzeitungen.

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