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Selection – ein Interview mit Gerold Pfannebecker

Selection – ein Interview mit Gerold Pfannebecker
Copyright Rheinhessenwein e.V.

Die Familie der Brüder Heinfried (63) und Gerold Pfannebecker (61) ist seit dem 17. Jahrhundert in Flomborn ansässig. Im Weingut Michel-Pfannebecker bauen sie auf 12 Hektar Rebfläche vor allem Riesling, Silvaner und Spätburgunder an. Sie gehören zu den Pionieren der Rheinhessen-Renaissance.

Gerold Pfannebecker im Interview

„Beim Rotwein haben wir uns um 180 Grad gedreht“

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Sie sind seit Einführung der Selection Rheinhessen 1992 dabei. Warum?

Die Selection Rheinhessen passt gut in unser eigenes Programm: autochtone Rebsorten, gesundes Lesegut, Einzellagen, alte Reben. Der Weinberg in der Lage Flomborner Feuerberg, von dem unser Silvaner kommt, wurde 1960 bepflanzt. Im ersten Selections-Jahr waren wir mit einem Silvaner vertreten, im Jahr drauf kam ein Riesling dazu, dann ein Spätburgunder.

Wir sind sehr stolz darauf, dass wir dabei sind. Deshalb ist es auch schon passiert, dass wir einen Wein, den wir zunächst angestellt hatten, vor der Prüfung wieder zurückgezogen haben, weil wir merkten, dass er nicht gut genug gelungen ist.

Was hat sich in den Jahren an ihren Weinen verändert?

Was den Rotwein betrifft, haben wir uns ausgehend von dem, was wir früher in der Ausbildung gelernt haben, um 180 Grad gedreht. Der Ausbau im Fass war früher in Deutschland kein Thema. Im Gegenteil: In der Qualitätsprüfung wurden Rote wegen Holznoten sogar abgelehnt. Heute wiederum finden Sie bei der Selection Rheinhessen kaum einen Rotwein, der nicht im Fass gereift ist.

Wann haben Sie den Fassausbau für sich entdeckt?

Wir haben schon in den 1980er Jahren damit begonnen, Rotweine im Barrique auszubauen. Wir haben auch erst mit der Zeit gelernt, dass man Weine im Fass länger lagern muss. Wenn sie nur drei Monate im Fass waren, schmecken sie nach Schreinerei. Unsere Rotweine reifen jetzt mindestens 18 Monate im Barrique, manche sogar 24 Monate. Und Holzchips gibt es bei uns gar nicht – auch wenn es erlaubt ist.

Im Gegensatz zu vielen ihrer jungen Kollegen setzen Sie bei Weissweinen nur auf Vergärung im Edelstahltank.

An hochwertigen Weissweinen aus dem Fass, die imstande sind, das Holz mitzunehmen, ist nichts auszusetzen. Weisse aus dem Edelstahltank sind aber fruchtbetonter. Wir mögen es einfach lieber, wenn Weissweine filigraner sind.

Auf welchem Terroir wachsen ihre Weine?

Die Grundlage unserer Weine sind tertiärer Kalkstein und Kalkmergel der Mainzer Bucht, der von Muscheln durchzogen ist. Diese Böden sind stark mit Kalksteinbrocken durchsetzt, so dass die Reben schon einmal fünf Jahre brauchen, bis sich ihre Wurzeln durchgekämpft haben und sie einen richtigen Ertrag bringen. Auf solchen nährstoffarmen Böden bekommen die Weissen ihre filigrane Struktur.

In der Westhofener Steingrube wächst unser Riesling auf Terra fusca, einem Terroir mit hohem Tongehalt und Anteilen von Eisenoxid. In der extrem tonhaltigen Lage Westhofener Morstein bauen wir Spätburgunder an.

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Über die Autorin

Alice Gundlach arbeitet seit 2005 als Journalistin, seit 2011 ist sie freie Autorin mit den Schwerpunkten Wein und Food. Davor schrieb sie schon als angestellte Redakteurin regelmässig über Weinthemen.

Sie ist spezialisiert auf die Weinregionen Deutschlands und Italiens.

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