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Das etwas andere Wein-Holzfass

Das etwas andere Wein-Holzfass
Copyright Weinkellerei Lenz Moser

Weine aus dem Holzfass, für manche ein Gräuel, für andere der Weinhimmel. Da wir von selection immer die Gnade einer positiven Grundstimmung haben, widmen wir uns natürlich lieber dem Himmel. So auch in diesem Falle.

Während viele Winzer auf Barriquefässer, andere auf Fässer mit 1.000 oder mehr Liter setzen, wird in Österreich gerade ein Fass fertiggestellt, das ein bisschen größer als andere ist. Grund genug, sich einmal am Ort des Geschehens umzusehen, in der Weinkellerei Lenz Moser.

Ein Faible für gewisse Holzmöbel haben Marketingleiter Friedrich Wimmer und Chef-Önologe Ernest Großauer gemeinsam. Beide schwärmen vor allem für Holz, in dem sich Wein wie zu Hause fühlt. Das ist auch gut so, immerhin befinden sich in der Weinkellerei Lenz Moser rund 800 Barriques und 14 große Holzfässer, die eine Gesamtkapazität von über 133.000 Litern aufweisen.

Erfahrung mit den kleinen Fässern hat man bei Lenz Moser bereits seit 1978, nächstes Jahr wird es daher ein kleines Jubiläum geben. Doch derzeit denkt man im Hause in größeren Maßstäben.

Im November nämlich steht die Einweihung eines 56.500 Liter Fasses aus heimischer Wintereiche, Quercus Petraea, an. Was das neben der nackten Zahl bedeutet: Ein Leergewicht von 13.000 Kilogramm und einen Fassumfang der stärksten Stelle von 14,6 Metern.

Das neue Fass ersetzt dann ein altes, das seit Jahrzehnten außer Dienst war und dennoch nicht ganz weichen muss. Denn der in sechs Monaten Arbeit künstlerisch gestaltete Fassboden schmückt dann die Vorderansicht des Nachfolgers.

Was hineinkommt

Nun macht ein leeres Fass für einen Weinbetrieb eher wenig Sinn. Doch hätten die meisten Betriebe durchaus Probleme, so ein Riesenfass zu füllen. Noch dazu, wenn Kunden und Weinkritiker auf das Resultat der Erstbelegung so richtig neugierig gemacht werden sollen.

Zwar wäre Lenz Moser dank langfristiger Zusammenarbeit mit bis zu 3.000 Weinbauern aus den Gebieten Niederösterreich und Burgenland flüssig genug. Doch die Wahl fiel auf etwas anderes.

Denn, was viele nicht wissen, in der Kellerei in Rohrendorf baut man auch die Weine vom Schlossweingut Souveräner Malteser Ritterorden und vom Klosterkeller Siegendorf aus. Beide Betriebe werden schon seit 1969 beziehungsweise 1988 von der Weinkellerei Lenz Moser bewirtschaftet.

Für die erste Füllung des Fasses hat man sich für Weine des Ritterordens entschieden. Dieses Weingut im westlichen Weinviertel und Mitglied der „Premiumweingüter Weinviertel“ umfasst aktuell 50 Hektar, die zum Teil mit den roten Sorten Blauer Zweigelt, Merlot und Cabernet Sauvignon bestockt sind. Aus diesen Trauben wählt man auch eine passende Cuvée für den Premierenwein.

Wie er schmecken wird, erfährt man frühestens nach einer Reifezeit von zwölf Monaten. Geht es nach den Vorstellungen von Friedrich Wimmer, Ernest Großauer und dem Weingutsleiter des Souveränen Malteser Ritterordens Norbert Gutmayer steht das Ergebnis aber schon fest: Optimus Quisque.

Das bedeutet „Einfach das Beste“ und ist seit fast 900 Jahren der Leitsatz des Ordens. Einen kleinen Vorgeschmack liefern die Resultate der Verkostungen einiger Ordens-Weine in diesem Heft.

Wie es weitergeht

Dasselbe gilt ebenso für die getesteten Weine des Klosterkellers Siegendorf aus dem Weinbaugebiet Leithaberg unweit des Neusiedler Sees. Bewirtschaftet wird dieser renommierte Betrieb von der Weinkellerei Lenz Moser seit 1988. Die zusammenhängende Größe seiner Rebflächen von 24 Hektar, etwa 2.000 Meter lang und 70 bis 150 Meter breit, ist für österreichische Verhältnisse einzigartig.

Mit knapp 90 Prozent Rotweinreben zählt das Weingut unter der Leitung von Gerhard Allacher zu den Vorzeigebetrieben im heimischen Rotweinanbau. Daher kann es theoretisch durchaus sein, dass die nächste Füllung des Riesenfasses aus diesen Weingärten kommt. Dann würde uns eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc erwarten.

Möglich wäre natürlich auch eine Cuvée aus Blaufränkisch und Blauer Zweigelt aus der Prestige-Linie der Weinkellerei Lenz Moser. Nicht umsonst gilt das Haus auf dem Heimatmarkt als Marktführer von Qualitätsweinen und als wichtigster Exporteur von österreichischem Qualitätswein in Flaschen. Wie auch immer, wir setzen auf Optimus Quisque.

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Über den Autor

Wolfgang Hubert ist seit über 20 Jahren als Weinjournalist, Verkoster und Autor tätig und war bis 2008 außerdem Chefredakteur des Magazins „getränke markt“. Seit Ende 2014 ist er Chefredakteur des Genussmagazins "selection".

Dazu schreibt oder schrieb er regelmässig diverse Beiträge unter anderem für WeinWisser, Vinum, Wein Gourmet, essen & trinken, sowie für renommierte Tages- und Wochenzeitungen.

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