Frag’ den Sommelier
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Weinbeschreibungen und Geschmacksstufen

11. Januar 2016 19:27

Was bedeutet es, wenn in der Beschreibung erklärt wird, dass der Wein trocken ist und was ist das Gegenteil davon? (Frage von Hildegard B. aus Stadt Wehlen)

(Meike Porz) – Beim Wein gibt es verschiedene Geschmacksstufen, die abhängig vom Zuckergehalt den Wein als trocken, halbtrocken, lieblich oder süss deklarieren. Das Gegenteil von „trocken“ als „süss“ zu bezeichnen wäre demnach zu einfach.

Was ist unter diesen Geschmacksbezeichnungen zu verstehen?

Welche Geschmacksbezeichnung hat welche Bedeutung?
Welche Geschmacksbezeichnung hat welche Bedeutung?

Während der Gärung des süssen Traubenmostes wandelt Hefe den vorhandenen Zucker in Alkohol um. In der Regel dauert die Gärung so lange an, bis der gesamte Zucker aufgebraucht ist. Dies ist bei einem Alkoholgehalt von etwa 15 Vol.-% erreicht, da die Hefen dann absterben. Die meisten Weine werden trocken vergoren, d.h. im Normalfall wird der im Most enthaltene Zucker vollständig von den Hefen aufgebraucht.

Möchte der Winzer aber keinen trockenen Wein abfüllen, sondern halbtrockenen oder lieblichen, dann kann er entweder den Gärprozess stoppen: Durch Zugabe von Schwefel oder durch starkes Kühlen des Mostes, oder durch die Zugabe von unvergorenem Traubenmost (Süssreserve) vor der Abfüllung. Diesen unvergorenen Zucker im Wein nennt man Restzucker.

Eine gewisse Menge Restzucker kann also durchaus auch im „trockenen“ Wein vorhanden sein. Seit Jahren ist dies der Trend, vor allem auch international, da Restsüsse den trockenen Wein „geschmeidiger“ oder auch „gefälliger“ macht.

Nach dem Weingesetz darf ein Wein als „trocken“ bezeichnet werden, dessen Restzuckergehalt bis zu 9 g/l beträgt – in Abhängigkeit zur Säure des Weines. Dabei darf der Gesamtsäuregehalt nicht mehr als 2g/l niedriger sein als der Restzuckergehalt. Beispiel: Hat der Wein 8 g Restzucker, dann darf der Säuregehalt nicht unter 6 g liegen.

Bei einem Restzuckergehalt zwischen 10 und 18 g/l nennt man den Wein „halbtrocken“ und bis 45 g/l „lieblich“. Häufig findet man auch die inoffizielle Bezeichnung „feinherb“ für liebliche Weine, die die Grenze von 45 g/l deutlich unterschreiten. Bei einem Zuckergehalt über 45 g/l spricht man von einem Süsswein.

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Über Meike Porz

Als Sommelière und Weinexpertin mit langjähriger Erfahrung in Weinberatung, Weinsensorik und Verkostung unterstützt Meike Porz Weinliebhaber bei der Suche nach dem passenden Wein kompetent.

Auch wer seine persönlichen sensorischen Fertigkeiten im Bezug auf Wein trainieren will, ist bei Meike an der richtigen Stelle.

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