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US-Winzer setzen auf Cannabis

19. Juli 2017 12:57

USA (Jacksonville) – Der Anbau von Marihuana ist im Westen der USA nicht nur legal, sondern auch lukrativ. Gerade Winzer bringen alle Voraussetzungen für den Anbau mit und einige sind bereits in das Geschäft eingestiegen.

Von Ruth Preywisch

In Oregon ist der Konsum von Marihuana bereits seit 2015 erlaubt, ab 2018 soll es auch im südlich angrenzenden Kalifornien soweit sein. Die Generation der Millennials kommt gerade in ihre finanziell besten Jahre. In dieser Bevölkerungsgruppe wurde 2016 beim Weinverkauf der grösste Zuwachs erzielt. Sie sind aber nicht nur dem Wein zugeneigt, sie rauchen auch gerne Cannabis.

 Marihuana als Nebenerwerb für US-Winzer
Marihuana als Nebenerwerb für US-Winzer?

Für potenzielle Hersteller des Rauschmittels eröffnet sich dadurch ein interessanter Markt und die Winzer sind entschlossen, sich diesen nicht entgehen zu lassen.

Das Ehepaar Steele zum Beispiel hat sich als Weinmacher bereits einen Namen gemacht und pflanzt seit dem vergangenen Jahr auch Cannabis an. Erstmal nur zu medizinischen Zwecken, im kommenden Jahr wollen sie die daraus erzeugten Produkte aber auch für den Freizeitgebrauch anbieten.

Verkauft werden sollen sie ganz offiziell unter dem Markennamen ihres renommierten Weinguts. „Wir setzen beim Weed genauso auf Qualität wie beim Wein“, erklärt Steele ihren Ansatz. Ziel sei nicht der Massenmarkt, sondern eher eine exklusive Nische und anspruchsvolle Kunden.

Auch andere Winzer in Oregon haben das Potenzial der neuen Cannabis-Gesetze erkannt. Einige bauen selbst etwas an, einige verpachten dafür Teile ihres Landes. Manche träumen gar von einem neuen „Wein-und-Weed-Tourismus“ – mit luxuriösen Touren durch die Region, bei denen nicht nur die üblichen Weinproben im Programm stehen, sondern auch Einblicke in die legale Herstellung von Haschisch.

„Ein paar Weingüter pflanzen derzeit in sehr grossem Umfang für den Freizeitgebrauch an“, sagt Brent Kenyon von der auf Marihuana spezialisierten Beratungsfirma Kenyon & Associates, die im Süden von Oregon ihren Sitz hat. „Die Kombination aus Weed und Wein – ich denke, das wird eine ganz grosse Sache, und wir sehen, wie sie sich gerade entwickelt.“

Rechtlich gibt es für die Winzer allerdings einiges zu beachten. Auf nationaler Ebene ist Marihuana in den USA weiterhin verboten. Um ihre Lizenzen für den Verkauf von Wein nicht zu gefährden, müssen die Winzer den neuen Geschäftszweig daher separat betreiben. In der Praxis müsse zudem steuerlich betrachtet ein neues Grundstück geschaffen werden, sagt Christie Scott von der zuständigen Behörde in Oregon. Nur dann könne die erforderliche Lizenz für den Marihuana-Anbau vergeben werden.

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