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Sommelier-Europameister in Wien gekürt

12. Mai 2017 19:10

ÖSTERREICH (Wien) – 34 europäische und drei afrikanische Sommeliers kämpften seit Dienstag in Wien um den Europameistertitel. Im spannenden Finale konnte sich schliesslich ein Lette durchsetzen.

Von Ruth Preywisch

Sommelier-Europameister wurde in Wien gekürt
Sommelier-Europameister wurde in Wien gekürt

Zwei Tage lang mussten die Teilnehmer der Sommelier-Europameisterschaft alles geben. Blindverkostungen, theoretische Prüfungen, Fehler auf Weinkarten und zahlreiche praktische Restaurantprüfungen galt es zu meistern. Die österreichische Hoffnung Suvad Zlatic schied dabei ebenso wie sein deutscher Kollege Torsten Junker bereits am ersten Tag aus.

Der Schweizer Fabio Masi hat es immerhin bis ins Semifinale geschafft. Bis hierher war das Feld schon ziemlich geräumt, aber dann fiel der Jury die Entscheidung doch schwer. So schwer, dass sie sogar vier statt der vorgesehen drei Sommeliers ins Finale schickte: Raimonds Tomsons aus Lettland, Piotr Pietras aus Polen, Julia Scavo aus Rumänien und David Biraud aus Frankreich.

Und das hatte es dann noch einmal in sich. Als erstes mussten die Kandidaten eine Magnumflasche Champagner unter Zeitdruck so auf 18 Gläser aufteilen, dass überall möglichst gleich viel drin war – nachschenken war natürlich verboten. Danach mussten sie innerhalb von fünf Minuten aus dem Stegreif eine Weinbegleitung zu einem bestehenden Menü vorschlagen, wobei jeder Wein aus einem anderen Land kommen musste.

Die Beschreibung und das Erkennen eines Rotweins standen ebenso auf dem Programm, wie das Dekantieren eines Blaufränkisch unter erschwerten Bedingungen, die Sommeliers wurden durch Zwischenfragen aus dem Publikum abgelenkt. Danach galt es, aus sechs Getränken, die in den berühmten schwarzen Verkostungsgläsern warteten, jeweils drei Paare zu finden, die aufgrund ihrer Zutaten zueinander passten.

Die Kandidaten mussten ausserdem Fotos mit Weingütern, Personen und Ähnlichem binnen 15 Sekunden richtig benennen. Am Ende wartete dann noch eine Wienkarte mit eingebauten Fehlern auf die fachkundige Analyse. Die falsche Region, der falsche Winzer, ein Jahrgang, der wie der Château d’Yquem nicht auf den Markt kam – all das mussten die Sommeliers entdecken.

Gewonnen hat schliesslich Raimonds Tomsons, der sich jetzt mit dem Titel Sommelier-Europameister 2017 schmücken darf. Der 36-Jährige ist normalerweise im Restaurant „Vincents“ in Riga anzutreffen. Er sei „schnell und charmant“, sagte Jury-Präsident Gérard Basset, und man würde gerne von ihm bedient werden.

Die Rangliste der besten zehn Sommeliers im Wettbewerb:

1. Raimonds Thomsons, Lettland
2. Piotr Pietras, Polen
3. Julia Scavo, Rumänien – ex aequo mit
3. David Biraud, Frankreich
5. Eric Zwiebel, United Kingdom
6. Robert Andersson, Schweden
7. Julie Dupouy, Irland
8. Alexandr Rassadkin, Russland
9. Fabio Masi, Schweiz
10. Eleftherios Kandylis, Griechenland

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