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Luxemburg investiert in Wein-Marketing

5. Juli 2017 12:35

LUXEMBURG – Wein aus Luxemburg? Noch nie gehört? Das könnte sich ändern, denn das kleine Land investiert rund 1 Million Euro in eine grossangelegte Marketingoffensive.

Von Ruth Preywisch

Das luxemburgische Ministerium für Landwirtschaft und Weinbau hat gemeinsam mit drei grossen Produzentengruppen des Landes und dem viti-vinicole-Institut eine Studie in Auftrag gegeben, um den Weinsektor weiterzuentwickeln und eine neue globale Marketingstrategie zu entwerfen. Beauftragt wurde die Unternehmensberatung EY, die die Ergebnisse jetzt vorgestellt hat.

Umfassende Marketing-Strategie für den Weinbau in Luxemburg
Umfassende Marketing-Strategie für den Weinbau in Luxemburg

Demnach ist das Grossherzogtum bereits gut als „kleines Land grosser Weine“ positioniert. Um „Zersplitterung zu vermeiden und das Beste aus beschränkten Mitteln zu machen“, empfiehlt EY die Konzentration auf eine kleine Zahl geographischer Ziele. Hauptziele sind Luxemburg selbst und Deutschland. Aber auch in Belgien soll der luxemburgische Wein in Richtung mittel- und hochklassiger Gastronomie bekannt gemacht werden.

In Frankreich sehen die Berater wenig Chancen, die Niederlande dagegen soll in einem zweiten Schritt angegangen werden. Der Plan ist, Weine mit höherer Qualität zu einem vernünftigen Preis zu verkaufen. Es seien zwar grosse Fortschritte gemacht worden, doch es gäbe noch immer zu viele unrentable Flächen. Dies könne nur durch eine Qualitätsoffensive geändert werden, sagte Roby Ley, Direktor des Instituts viti-vinicole.

Einen Schwerpunkt könne man in Luxemburg bei der Traubensorte Rivaner setzen, die rund 30 Prozent der Gesamtmenge von 115.000 Hektolitern Wein ausmacht. „Hier müssen wir die Reputation verbessern“, sagte Ley. Die unterschiedlichen Akteure der Marketingoffensive sind in einem strategischen Komitee vereint und wollen einen Aktionsplan für drei bis fünf Jahre umsetzen.

Die Massnahmen setzen bei Kommunikation, Werbung und Marketing, Teilnahme an Events und der Zielmarktfestlegung von Meinungsführern an. Das Budget, das für die Promotion von Luxemburger Weinen und Crémants festgelegt wurde, wird von 800.000 Euro auf 1.000.000 Euro erhöht, wobei der Staat zwei Drittel einbringt, ein weiteres die Produzenten.

Doch die Konkurrenz auf dem Weinmarkt ist gross und auch immer mehr aussereuropäische Akteure drängen auf den hiesigen Markt. Ob es dem kleinen Land Luxemburg gelingen wird, angesichts dieser Herausforderungen wirklich zu bestehen und sich als Lieferant qualitativ hochwertiger Weine zu positionieren, ist ungewiss.

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