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Konsumenten trinken gerne fremd

10. Juni 2017 12:46

BULGARIEN (Sofia) – Wer Wein trinkt, greift immer seltener zur heimischen Flasche. Stattdessen sind Importweine gefragter denn je – und zwar überall. 

Von Ruth Preywisch

Der Weinkonsum steigt weltweit leicht an, die Profiteure sind allerdings nicht die grossen Weinländer. Im Gegenteil, gerade bei kleineren Weinregionen steigt die Nachfrage. Zu diesem Ergebnis kommt die Internationale Organisation für Rebe und Wein, die auf ihrer 40. Jahrestagung einen Bericht über die Situation im weltweiten Weinbau vorgestellt hat. Demnach werden weltweit rund 240 Millionen Hektoliter Wein konsumiert.

China gehört mittlerweile zu den grössten Weinproduzenten.
China gehört mittlerweile zu den grössten Weinproduzenten.

Das entspricht ungefähr 150.000.000.000 Gläsern, die jedes Jahr eingegossen werden. Der grösste Anteil daran entfällt auf die US-amerikanischen Verbraucher. Mit rund 31,8 Millionen Hektolitern behaupten die Vereinigten Staaten ihre Position als weltweit grösster Verbraucher seit 2011; es folgen Frankreich mit 27, Italien mit 22,5, Deutschland mit 19,5 und China mit 17,3 Millionen Hektolitern.

In den traditionellen Verbraucherländern nimmt der Weinkonsum laut des Berichts zum Vorteil neuer Verbraucherländer weiterhin ab oder stagniert. Seit dem Jahr 2000 hat sich demzufolge auch der Weinkonsum verlagert. Die Konsumenten griffen dabei immer häufiger zu importierten Weinen aus anderen Ländern und zögen diese den heimischen Produzenten vor. Diesen Trend könne man weltweit ausmachen, sagt das OIV. Dadurch profitierten auch kleinere Weinländer, da sie als Exoten gelten.

Zwei Drittel des konsumierten Weins wächst in Europa, wobei der eigentliche Star unter den Erzeugerländern in Asien sitzt. In China wird mittlerweile rund 19 Prozent der weltweiten Traubenmenge angebaut und geerntet, insgesamt rund 14,6 Millionen Tonnen. Dahinter folgen Italien mit 7,9, die Vereinigten Staaten mit 7,1 und Frankreich mit 6,4 Millionen Tonnen.

Laut dem OIV hat sich der Rückgang der Rebfläche im Jahr 2016 nicht fortgesetzt, die Gesamtfläche stagniert auf dem Wert des Vorjahres. Dies hat der Weinmarkt aber vor allem China zu verdanken, wo immer mehr Rebfläche geschaffen wird. Doch auch da, wo die Rebfläche nach wie vor zurückgeht, wie zum Beispiel in Spanien, wird mehr Wein produziert als früher. Dies sei hauptsächlich auf eine Steigerung der Erträge und die stetige Verbesserung der Weinbautechniken zurückzuführen, sagt das OIV.

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