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Filmtipp für Weinfreunde: „Der Wein und der Wind“

8. August 2017 10:48

Ein vom Bankrott bedrohtes Weingut, eine zerstrittene Familie und junge Menschen auf der Suche nach dem für sie richtigen Weg: das sind die Zutaten für das Drama „Der Wein und der Wind“, das am 10. August in die Kinos kommt.

Von Ruth Preywisch

Der Regisseur Cédric Klapisch, bekannt geworden mit Filmen wie L’auberge espagnole, Wiedersehen in St. Petersburg oder So ist Paris, hat sich für den Film raus aus dem Grosstadt-Kosmos gewagt und sein neues Werk in der französischen Weinregion Burgund angesiedelt. Die drei Geschwister Jean, Juliette und Jérémi erben das bankrotte Weingut ihres Vaters.

 Im Zweifelsfall bemerken sie gerade rote Früchte mit einem Hauch von Holz und Anklängen von Lakritz
Im Zweifelsfall bemerken sie gerade rote Früchte mit einem Hauch von Holz und Anklängen von Lakritz

Die drei könnten unterschiedlicher nicht sein: Jean hatte das Elternhaus zehn Jahre zuvor fluchtartig verlassen und in Australien eine Familie gegründet. Juliette hatte noch keine Gelegenheit, sich in der Weinbranche zu behaupten und Jérémi ist mit der Tochter von eher mondänen Winzern verheiratet, die ihn dazu bringen wollen, das Weingut auf ihre Weise zu führen. Die drei Geschwister müssen sich trotz ihrer Differenzen einigen, ob sie das Gut weiterführen und wenn ja, wer es leiten wird.

Dafür geben sie sich ein Jahr Zeit, denn so lange dauert es bis zur ersten Weinernte. Und genau so lange haben auch die Dreharbeiten gedauert, denn Klapisch wollte die unterschiedlichen Phasen der Weinernte authentisch im Bild festhalten. Und das ist ihm weit beeindruckender gelungen, als die Schilderung des Beziehungsgeflechts der Geschwister.

Für Weinfreunde ist es ein grosser Genuss, zuzusehen, wie mühevoll und sorgfältig in der UNESCO-Weltkulturerberegion Burgund der Rebsaft produziert wird: Auf kleinen Parzellen, mit viel Handarbeit und altem Wissen. Die malerische Kulisse des Films ist das Gut des Schauspielers Jean-Marc Roulot, der im Film die Rolle des langjährigen Mitarbeiters Marcel spielt. Die Familie bewirtschaftet die Domaine seit 1830 und Regisseur Klapisch hat das Gut nicht durch Zufall ausgewählt.

Er ist ein Freund Roulots und kauft dort selbst seinen Wein. Klapisch hat sich nicht nur mit den Dreharbeiten, sondern auch im Film selbst viel Zeit gelassen. Und das mit voller Absicht. „Der Film schrie direkt danach zu zeigen, dass Dinge mit der Zeit besser werden. Das ist beim Wein so und bewahrheitet sich auch in der Freundschaft“, erklärt der Filmemacher.

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