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Deutsche Winzer exportieren weniger

17. März 2017 09:50

DEUTSCHLAND (Bodenheim) – Im vergangenen Jahr wurden rund eine Million Hektoliter deutscher Weine im Wert von 288 Mio. Euro in 130 Länder exportiert. Das klingt nach einer grossen Menge, entspricht aber einem Rückgang von vier Prozent beim Wert und von drei Prozent in der Menge.

Von Ruth Preywisch

Vom Rückgang betroffen waren hauptsächlich Weine aus dem Basissegment, teilte das Deutsche Weininstitut (DWI) mit. Bei den Qualitätsweinen sieht es anders aus, sie haben mittlerweile einen Anteil von 85 Prozent am gesamten Exporterlös und von 76 Prozent an den ausgeführten Weinmengen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von jeweils zwei Prozent. Damit setzt sich der seit längerem zu beobachtende Trend zu höherwertigeren Weinen im Export fort.

Export – wichtig für die deutsche Weinbranche
Export – wichtig für die deutsche Weinbranche

Die deutschen Weinexporteure sehen sich insbesondere im Basisweinsegment einem sehr harten internationalen Wettbewerb ausgesetzt“, betonte DWI-Geschäftsführerin Monika Reule. Dies liege zum einen am rückläufigen Weinkonsum in den großen europäischen Weinbauländern, gleichzeitig aber auch an den Preisunterschieden.

Die Konkurrenz könne ihre Weine aufgrund vergleichsweise niedriger Produktionskosten preisgünstiger auf den Markt bringen, als die deutschen Erzeuger. Die steigende Konzentration auf die Produktion von hochwertigem Qualitätswein sei deshalb langfristig die richtige Strategie. „Wer sich über Qualität profiliert, steigert seine Wertschöpfung“, sagt Reule.

Der Durchschnittspreis der ausgeführten Qualitätsweine lag 2016 unverändert bei 3,23 €/l, im Vergleich zu einem um einen Cent gesunkenen Mittelwert für alle Weine in Höhe von 2,88 €/l. Rote Qualitätsweine wurden mit einem Anteil von sieben Prozent am Gesamtexport zu einem Durchschnittspreis von 3,61 €/l exportiert.

Bei den Ländern, in die exportiert wird, liegen die USA nach wie vor auf Platz 1. Hier werden mehr als ein Viertel der gesamten Exporterlöse erzielt. Im Jahr 2016 wurden 187.000 Hektoliter Wein im Wert von 80 Mio. Euro zu einem überdurchschnittlichen Preis von 4,26 €/l im Mittel in diesen wichtigen Trendmarkt ausgeführt. Auf Platz zwei der Exportstatistik folgen die Niederlande, wo elf Prozent des gesamten Exportwerts erlöst und 17 Prozent aller exportierten Weine getrunken wurden.

Auf dem dritten Platz gab es einen Wechsel, mit einem Exportvolumen von 61.000 Hektolitern im Wert von 25 Mio. Euro hat Norwegen im vergangenen Jahr Grossbritannien als drittgrössten Exportmarkt abgelöst. Bei einem Durchschnittspreis von 4,04 €/l ist Deutschland das Lieferland Nummer eins für Weissweine, mit einem Marktanteil von 28 Prozent.

Neben dem Riesling werden in Norwegen auch immer öfter andere Weisswein­sorten und mittlerweile auch Spätburgunder nachgefragt. Sehr dynamisch hat sich zudem der Export in die Schweiz entwickelt. Seit 2012 haben sich die Ausfuhren in das Nachbarland auf 25.000 Hektoliter verdoppelt, bei einem gleichzeitigen Wertanstieg von 75 Prozent auf zehn Millionen Euro und einem Durchschnittspreis von 4,14 €/l.

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