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Tempranillo

Tempranillo
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Allgemeines

Mit über 180.000 Hektar Rebflächen zählt Tempranillo zu den am meisten angebauten Sorten der Welt. Verbreitet ist sie am meisten in Spanien, wo sie hauptsächlich in den Regionen Rioja, Ribera del Duero, Castilla-La Mancha und Penedès angepflanzt wird. Aber auch in Portugal, dort als Tinta Roriz oder Aragonez bezeichnet, zählt sie zu den berühmtesten Sorten des Landes und ist außerdem ein wichtiger Bestandteil der meisten Portweine. 

Dabei gilt Tempranillo als die Hauptsorte der Rioja und man geht davon aus, dass Rioja auch ihr Herkunftsgebiet ist. Dort gibt sie den regionstypischen Weinen Frucht, Ausgewogenheit und ein gute Reifefähigkeit. Dank dieser Eigenschaften wurde sie allmählich auch in anderen Teilen des Landes angebaut. Dazu kommt, dass die Rebe sich hervorragend den unterschiedlichsten Böden und klimatischen Verhältnissen anpasst. Aber scheinbar nur auf der Iberischen Halbinsel. Denn in anderen europäischen Ländern, in Kalifornien, Südamerika oder Australien bringt sie bei weitem nicht so gute Qualitäten hervor.

Feine Aromen

Die Rotweine aus Tempranillo sind in der Regel säurearm, tanninreich und lange haltbar. Die dunklen Beeren bringen einen fruchtigen, duftigen Wein hervor, der oft an Kirschen, Brombeeren, Gewürze, Lakritze oder Trockenfrüchte und ab und zu an Erdbeeren erinnert. Das kommt auch auf die jeweilige Region an. Denn generell lässt sich feststellen, dass die Sorte in kühleren Gebieten eher mit Aromen von roten Johannisbeeren, Himbeeren und Kirschen, in heißeren Gebieten mit Pflaumen und Gewürzen aufwartet.

Der beste Tempranillo entsteht jedoch durch den Ausbau im Barriquefass, wodurch er feine Aromen von dunklen Beerenfrüchten und Tabak oder Röstaromen aufweisen kann sowie Noten von Vanille. Wird Tempranillo in amerikanischen Eichenfässern ausgebaut, können auch Noten von Kokosnuss oder Karamell in der Weinaromatik und im Geschmack zu finden sein. Im Mund präsentiert sich Tempranillo kraftvoll, betont fruchtig, mit eleganter feiner Säure und einer angenehmen Tanninstruktur. Tempranillo-Weine weisen auch ein gutes Alterungspotenzial auf. Jahrzehnte alte Gewächse aus der Rioja zeigen häufig noch eine beinahe jugendliche Frische.

Die Sorte eignet sich auch als Cuvéepartner ausgezeichnet. Während sie vor allem in Rioja mit Garnacha, Mazuelo oder Viura verschnitten wird, stellt man ihr in Katalonien auch Cabernet Sauvignon oder Pinot Noir zur Seite. In anderen Regionen wie Utiel-Requena und Valencia wiederum geht sie eine gute Verbindung mit der örtlichen Sorte Monstrell ein.

Große reinsortige Weine findet man vor allem in Ribera del Duero. Dort präsentiert sich Tempranillo besonders kraftvoll und wird als spanische Antwort auf den Cabernet Sauvignon bezeichnet.

Rätsel um die Herkunft

Auch wenn die Sorte aufgrund ihrer Eigenschaften fast überall in Spanien angebaut wird, weiß man nicht immer, dass in den Flaschen auch Tempranillo enthalten ist. In der Region Ribera del Duero wird die Sorte oft als Tinto del País oder Tinto Fino bezeichnet, während sie in La Mancha und Valdepeñas eher unter dem Namen Cencibel bekannt ist.

Der Ursprung der Sorte ist noch unbekannt, möglicherweise kam sie im 15. Jahrhundert von Frankreich aus über den Jakobsweg nach Spanien. Manche Experten glauben an eine Verwandtschaft zum Pinot Noir aus dem Burgund oder dem Cabernet Franc. Dagegen ist die Namensgebung eindeutig. Den verdankt der Tempranillo einem Vergleich mit der Garnacha-Traube. Da er früher reift als diese und die Beeren erheblich kleiner sind, bezeichnete man ihn als Tempranillo, was so viel heißt wie das Frühchen oder der Kleine Frühe.

Die kürzere Wachstumsperiode macht die Rebsorte ideal für die schwierigeren klimatischen Bedingungen höher gelegener Weinbauregionen wie Ribera del Duero oder Rioja Alta. Dort können die Trauben trotz kurzer Reifeperiode und kühler Klimaphasen gut ausreifen.

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