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Premier Cru

Premier Cru
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Allgemeines

Die Bezeichnung Premier Cru stammt aus dem Französischem und wird regional unterschiedlich eingesetzt. Übersetzt bedeutet der Begriff „erstes Gewächs“. Allerdings ist keineswegs das erste Gewächs des Jahres gemeint, oder ein anderer zeitlicher Aspekt. Vielmehr handelt es sich um eine Appellation, mit der sich qualitativ sehr hochwertige Erzeugnisse aus Frankreich schmücken können.

Die Vergabe des Schutzsiegels ist allerdings nicht an einen Wein selbst gebunden. Vielmehr werden Lagen – bzw. Châteaus – ausgezeichnet. Die genaue Handhabung obliegt der Regelung eines jeweiligen Anbaugebiets.

Einordnung

Der Begriff Premier Cru spielt in der nationalen Weinhierarchie Frankreichs eine wichtige Rolle. Die genaue Klassifizierung ist jedoch nicht so übersichtlich – und einheitlich – wie es in der Schweiz, Deutschland und Österreich der Fall ist. Zwar gibt es in der Schweiz zwischen verschiedenen Kantonen Differenzen in der Hierarchisierung, meist wird jedoch auf ein dreistufiges Ordnungssystem zurückgegriffen. So rangieren im Wallis beispielsweise die AOC-Weine an erster Stelle, worunter sich auch zahlreiche Grand Cru Lagen befinden. Gefolgt werden sie von den Land- und den Tafelweinen.

In Deutschland und Österreich hingegen ist die Klassifizierung vierstufig. Prädikatsweine thronen an der Spitze und werden gefolgt von Qualitäts-, Land- und Tafelweinen. Aktuell gibt es vor allem im Rheingau und der Pfalz Bestrebungen, Premier Cru Lagen nach dem Vorbild des Bordelaise einzuführen. Das Thema ist jedoch sehr umstritten.

Bordelaise

Im Anbaugebiet Bordeaux befinden die Grand Cru Weingüter an der Spitze der Weinhierarchie. Die Appellation wurde dort direkt an Châteaus vergeben, die zu den besten des Landes zählen. Die Hierarchisierung erfolgte bereits im Rahmen der Pariser Weltausstellung im Jahre 1855. Seither wurde nur ein weiteres Château in den erlesenen Kreis aufgenommen. Die ausgezeichneten Weingüter dürfen ihre edlen Tropfen mit der Bezeichnung Grand Cru bewerben.

Die Bezeichnung Premier Cru dient hier der Unterscheidung zwischen den einzelnen Grand Cru Weingütern. Doch sogar innerhalb des Anbaugebiets liegen regionale Unterschiede vor. Im Medoc ist es fünf Grand Cru Châteaus erlaubt, ihre Weine als Premier Cru zu bezeichnen. Hinter ihnen rangieren die Deuxième Cru Châteaus. Ähnlich ist auch die Gliederung in Bezug auf die Süssweine von Barsac und Sauternes. Hier ist von der Premier Grand Cru Classé und der Deuxième Grand Cru Classé die Rede.

Geringfügig abweichend ist nur die Regelung im Teilgebiet Saint-Émilion. Die Grand Cru Châteaus sind dort in die Premier Grand Cru Classé A, die Classé B und die einfache Grand Cru Classé unterteilt.

Burgund

In Abgrenzung zur Hierarchisierung im Anbaugebiet Bordeaux, scheint die Verwendung des Begriffs Premier Cru im Burgund etwas verwirrend. Zunächst einmal werden an der Côte-d‘Or nicht die Châteaus selbst mit der Appellation geschmückt. Vielmehr sind es hier die Lagen, die das Schutzsiegel erhalten. Alle Weine, die aus Trauben einer ausgezeichneten Lage gewonnen werden, dürfen mit der jeweiligen Schutzbezeichnung beworben werden.

Noch verwirrender ist die Einordnung der Premier Cru Lagen. Im Burgund rangiert die Bezeichnung Premier Cru nämlich erst an der zweiten Stelle des regionalen Klassements. Über ihnen sind die Grand Cru Lagen angesiedelt. Hiermit erfolgt eine weitere Abgrenzung zum Anbaugebiet Bordeaux. Die Appellation Premier Cru dient also nicht der Unterteilung innerhalb der Grand Cru Appellation, sondern ist ein eigens Schutzsiegen, das unter den Grand Crus eingeordnet ist.

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