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Champagne

Champagne
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Allgemeines

Wenn eine wichtige Prüfung bestanden wurde, eine Beförderung oder ein Geburtstag gefeiert wird greifen wir gerne zum Champagner, um das Event zu zelebrieren. Die Champagne, im Nordosten Frankreichs gelegen, ist für die Produktion von Schaumweinen bekannt. Aufgrund ihrer Nähe zu Paris war sie in den vergangenen Jahrhunderten häufig Schauplatz von kriegerischen Auseinandersetzungen, die die Entwicklung des Rebbaus jedoch nicht nachhaltig stoppen konnten.

Die Champagne selbst wird von Önologen in fünf Weinregionen unterteilt: Aube, Côte des Blancs, Côte de Sézanne, Montagne de Reims, and Vallée de la Marne. Reims und Épernay sind die wichtigsten Städte der Region, grosse Champagner-Häuser wie Mumm oder Moët Chandon sind hier beheimatet. Aufgrund der Ausdehnung der Region gibt es teils deutliche Terroir-Unterschiede was Mikroklima und Bodentypen angeht. Die Champagne wird sowohl von kontinentalem als auch atlantischem Klima beeinflusst.

Rebsorten und Rebbau

Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay sind seit der grossen Reblausplage Ende des 19. Jahrhunderts die meistgepflanzten Rebsorten der Region und machen jeweils ungefähr ein Drittel des Anbaugebiets aus. Montagne de Reims und Aube sind bekannte Pinot Noir Gebiete. Côte des Blancs und Côte des Sézanne bringen elegante Chardonnays hervor; Côte de Sézanne Weine sind dabei tendenziell weniger säurelastig.

In Vallée de la Marne fühlt sich der Pinot Meunier heimisch, der für seinen besonders fruchtigen Geschmack bekannt ist. Die Rebsorte gilt als ertragssicher und wird häufig als Rückversicherung für Jahre genutzt, in denen die Pinot Noir-Ernte hinter den Erwartungen zurückbleibt. Auch andere Sorten wie Pinot Blanc, Pinot Gris, Petit Meslier and Arbane werden in Teilen der Champagne angebaut, jedoch im Vergleich dazu in mikroskopischen Mengen.

Die für die Champagne typischen Kreide- und Kalkböden absorbieren tagsüber die Wärme der Sonne und geben sie während der kühlen Nächte langsam wieder ab. Ausserdem verfügen sie über hervorragende Drainagefähigkeiten. Die geringe jährliche Durchschnittstemperatur von nur 10 °C gestalten den Weinbau in dieser Region kompliziert. Deswegen ist es essenziell, Sorten anzubauen, die mit den Witterungsbedingungen zurechtkommen. Durch die kühlen Temperaturen haben die Beeren einen hohen Säuregehalt, welcher ideal für die Produktion von Schaumweinen ist.

Die Weine

Die Produktion von Champagner beinhaltet im Vergleich zur Herstellung von stillen Weinen als weiteren, vitalen Schritt die zweite Gärung in der Flasche durch Zuführung von Hefe und Zucker. Erst durch diesen Schritt werden die charakteristischen Kohlensäureblasen kreiert. Damit ein Schaumwein sich Champagner nennen darf, muss er verschiedene Kriterien bezüglich Anbau, Vinifizierung und Geographie erfüllen.

Die Beeren müssen aus dem vorgeschriebenen Anbaugebiet stammen, die Pflanzdichte der Rebstöcke ist genau vorgeschrieben. Handlese der Beeren und Ertragsbeschränkung auf 15.500 Kg Trauben je Hektar sind weitere Kriterien. Schliesslich sind die Flaschengärung (das Transvasieverfahren ist verboten) und eine Mindestlagerzeit auf Hefe von 15 Monaten zu gewährleisten.

Jede in der Champagne gepflanzte Rebsorte trägt spezifische Qualitäten zu einem harmonischen Endergebnis bei. Der Pinot Noir beispielsweise dunkle, fleischige Aromen, Struktur und Ausdruckskraft, der Pinot Meunier verfügt über eine angenehme Säure und Fruchtigkeit, die vor allem in jüngeren Weinen deutlich wird. Chardonnay ist wegen seiner Finesse und Eleganz beliebt, er rundet den Champagner mit manchmal fast cremigen Anklängen und Aromen von Steinfrüchten ab und bringt Weine mit einem guten Alterungspotential hervor.

Zumeist wird Champagner ohne Vintage Statement verkauft.  Dies liegt daran, dass Vintages verschiedener Jahre oft zu Cuvées assembliert werden, um durch Witterungsumstände verursachte Unregelmässigkeiten auszugleichen. Bis zu 100 verschiedene Weine können auf diese Art und Weiser zu einer Assemblage verschnitten werden. Diese jahrgangslosen Schaumweine werden als Non Vintage „NV“ verkauft.

 Nur besonders herausragende Jahrgänge werden zu Vintage verarbeitet. Sie reifen mindestens drei Jahre, bevor sie zum Verkauf freigegeben werden. Man findet sie unter der Bezeichnung Vintage Millésime. Wer etwas Besonderes möchte, sollte sich nach einem Cuvée Prestige umschauen – das ist der beste Wein, den ein Champagnerhaus produziert.

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