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Welcher Wein zu Weihnachten – hier sind unsere Top 6

Welcher Wein zu Weihnachten – hier sind unsere Top 6
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Die sechs beliebtesten deutschen Weihnachtsessen und die passende Weinbegleitung.

Alle Jahre wieder – die Festtage leben von ihren Ritualen und damit auch von traditionellen Essen. Wir haben zu den beliebtesten Weihnachtsessen die passenden Weine zusammengestellt.

Käsefondue

Dass das Fondue an Weihnachten so beliebt ist, hat vermutlich mit dem gemeinsamen Genusserlebnis zu tun. Zusammen sitzt man um den dampfenden Topf und fischt knusprige Brotstücke aus köstlich geschmolzenem Käse. Und wer sein Brot im Topf verliert, muss eine Runde im Genfer See schwimmen, heisst es.

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Zu den meisten Käsesorten passt ganz allgemein, und das mag manchen überraschen, Weisswein besser als Rotwein. Ausserdem wird ein original Schweizer Käsefondue neben einem Schuss Kirschwasser auch mit Weisswein angerührt.

Passend zu dem kräftigen, herzhaften Käse sind trockene, aber fruchtige Weissweine. Im Wallis und Savoyen, wo das Käsefondue herkommt, trinkt man dazu gerne Weissweine aus den regionalen Rebsorten Chasselas (Gutedel) oder dem etwas gehaltvolleren Viognier.

Doch auch Rotweine, die nicht zu schwer und tanninreich sind, werden manchmal dazu gereicht, z.B. der Dôle, eine Cuvée aus dem Wallis, die überwiegend aus den Rebsorten Pinot Noir und Gamay besteht. Ebenso gut können aber auch Weine aus anderen Regionen ein Fondue gut unterstützen, z. B. ein fruchtig-frischer Sauvignon Blanc oder ein junger Weissburgunder.

Servier-Tipp: Die Fondue-Schüssel und das Stövchen auf dem Tisch geben viel Wärme auf dem Tisch ab. Deshalb sollte man kleine Weingläser benutzen, damit der Wein nicht zu warm wird, bevor man ihn austrinken kann.

Raclette

Das traditionelle Tisch-Raclette aus der Schweiz
Das traditionelle Tisch-Raclette aus der Schweiz

Der zweite Käseklassiker mit Erlebnis-Faktor. Das Ur-Raclette, das manchmal noch heute in speziellen Restaurants in der Schweiz serviert wird, sieht übrigens ganz anders aus, als die meisten es kennen. Dort werden nicht Käsescheiben in Pfännchen in einem Grillgerät geschmolzen, sondern der aufgeschnittene Käselaib wird an einem Feuer – oder an einem speziellen Tischofen – nach und nach zum Schmelzen gebracht und dabei gegrillt.

Das Geschmolzene wird dann vom Raclettemeister direkt vom Laib auf den Teller geschabt. Aber ob geschabt oder aus der Pfanne: Die Beilagen sind Pellkartoffeln, saure Gurken und anderes sauer eingelegtes Gemüse. In den Pfännchen kann man auch kleingeschnittenes, frisches Gemüse, Schinken und Speck mit dem Käse gratinieren.

Als Weinbegleitung empfiehlt sich auch hier ein frischer, junger Wein. Zu dem kräftigen Käse schmeckt am besten eher fruchtiger und nicht zu säurebetonter Weisswein, und zwar sowohl trockener als auch halbtrockener. Die klassische Weinbegleitung aus der Schweiz zu Raclette ist der Fendant. Aber auch aus Deutschland gibt es einige Weine, die sich dazu eignen: z.B. ein Weissburgunder vom Kaiserstuhl (Baden) oder ein Sauvignon Blanc aus der Pfalz. Auch einen Grüner Veltliner aus Niederösterreich kann man hier kombinieren.

Entscheidet man sich für einen Roten, so sollte es ein eher leichter sein, der nicht im Holzfass gereift ist. Das kann ein eleganter Spätburgunder, z.B. von der Ahr oder ein Pinot Noir aus dem Beaujolais sein. Eine weniger bekannte, aber ebenfalls eine reizvolle Kombination bietet die rote Burgunder-Sorte St. Laurent, von der besondere Exemplare in den österreichischen Weingebieten, vor allem Neusiedler See, Thermenregion und Kamptal, zu finden sind. Die Roten erfrischen zum Raclette besonders, wenn man sie leicht gekühlt serviert, also bei ca. 14 bis 16 Grad.

Gänsebraten

Ein Höhepunkt des Weihnachtsfestes im Kreise der Familie. Die Gans muss meist Wochen vorher bestellt werden, und den Vogel im Ofen knusprig zu bekommen, ist die hohe Kunst. Mit Kartoffelklössen oder Kroketten, Rotkohl und Rosenkohl als Beilagen ein mächtiges, aber dennoch edles Essen.

Der Wein, der ein solches Gericht begleitet, sollte kräftig und intensiv sein – hier dürfen die Hochkaräter aus dem Weinkeller geholt werden. Gereifte Jahrgangsweine können hier zeigen, was sie können, etwa ein Chateau-Wein aus dem Bordeaux oder ein Brunello di Montalcino, der vier Jahre teils im Fass, teils in der Flasche reifen muss.

Auch andere fassgereifte rote Top-Italiener, von einem hochwertigen Chianti Classico über Supertoskaner bis zum Barolo aus dem Piemont, stehen dem Gänsebraten gut. Alle diese Weine sollten aber bitte mindestens zwei Stunden vor dem Servieren dekantiert werden! Ein kräftiger Frühburgunder oder Spätburgunder aus Deutschland kann es aber auch sein.

Andererseits gibt es auch kräftige Weisse, die gut passen können: im Fass reifen heute immer öfter auch weisse Burgundersorten, allen voran Chardonnay, aber auch Riesling aus der Lage. Bei deutschen Winzern, z.B. in Rheinhessen und der Pfalz, sind hier grossartige Exemplare zu finden, aber auch z.B. in Südtirol.

Karpfen

Karpfen - vielerorts ein beliebtes Weihnachtsessen
Karpfen – vielerorts ein beliebtes Weihnachtsessen

Der klassische Weihnachtskarpfen wird blau, also gegart in Wasser mit Salz und Essig serviert. Viele Fischliebhaber hadern mit ihm, weil er viele kleine Gräten hat, die es beim Essen herauszuzupfen gilt. Dazu hat er einen etwas schlammigen Geschmack, denn seine Nahrung nimmt er im Fluss oder Teich vom Grund auf – weshalb er vor dem Verzehr gewässert oder manchmal auch über Nacht in Buttermilch eingelegt wird.

Auch wenn die Regel „Zum Fisch nur Weisswein“ allgemein als überholt gilt: Zum blauen Karpfen sollte es schon ein Weisser sein. Mit einem trockenen Riesling aus der Einzellage, ob von der Mosel, aus dem Rheingau oder aus Baden, fährt man auf jeden Fall gut. Oder aus Österreich ein Riesling oder ein Grüner Veltliner. Wird der Karpfen mit Butter oder einer buttrigen Sosse serviert, schmeichelt ihm ein Chardonnay, gerne aus Deutschland, aber auch z.B. aus dem Burgund oder Chablis.

Würstchen mit Kartoffelsalat

Am Heiligabend ein verbreiteter Klassiker, denn für viele geht die grosse Schlemmerei erst am 1. Weihnachtstag los. Das hat zum einen damit zu tun, dass der Advent eigentlich ursprünglich eine Fastenzeit war, die erst am 25. Dezember endet – davon ist aber bekanntermassen in der Adventszeit heutzutage nicht mehr viel übrig.

Zum anderen, und das ist für viele wohl mittlerweile wichtiger, bietet sich am Tag der Bescherung, der zudem auch noch für viele ein halber Arbeitstag ist, ein Gericht an, das keiner allzu aufwändigen Zubereitung bedarf und gut vorzubereiten ist.

Einfaches Gericht – einfacher Wein, lautet daher die Empfehlung. Ein Gutswein oder auch ein ordentlicher Literwein sind hier genau die richtigen Begleiter. Es bieten sich insbesondere deutsche trockene, leicht fruchtige Weissweine an, z. B. Riesling, Müller-Thurgau oder Grauburgunder. Ganz unprätentiös, ganz bodenständig.

Heringssalat

Auch der Heringssalat ist ursprünglich eher eine Fastenspeise, allerdings wird er heute auch eher üppig angereichert. In manchen Regionen ist als Einlage neben Kartoffeln, saurer Gurke und Roter Bete zusätzlich gewürfelter Kassler oder gekochtes Rindfleisch üblich.

Ein sehr rundes Gericht ist dieser Salat also: Der saure Hering und die Gürkchen säuern, Rote Bete gibt Süsse und erdige Noten, die Kartoffeln ergeben eine milde Basis, das Fleisch gibt zusätzlich Herzhaftigkeit und Biss.

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Bei der Weinbegleitung wäre also eine allzu blumige oder fruchtbetonte Aromenvielfalt also zu viel des Guten. Daher empfiehlt sich ein trockener Weisswein aus Deutschland, etwa ein mineralischer Riesling aus dem Rheingau oder der Pfalz. Auch ein Silvaner kann hier harmonieren – aber auch hier einer mit viel Mineralik, also von kalkhaltigen Böden, etwa aus Franken.

Über die Autorin

Alice Gundlach arbeitet seit 2005 als Journalistin, seit 2011 ist sie freie Autorin mit den Schwerpunkten Wein und Food. Davor schrieb sie schon als angestellte Redakteurin regelmässig über Weinthemen.

Sie ist spezialisiert auf die Weinregionen Deutschlands und Italiens.

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