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Welche Weingläser verwende ich für Weiss- und Roséweine?

Welche Weingläser verwende ich für Weiss- und Roséweine?
Copyright iStockphoto @Ina Peters

Meistens erkennt man schon an den Gläsern, ob es Weisswein oder Rotwein geben wird. Denn eine grobe Richtlinie lautet: Weisswein- aber auch Roségläser sind relativ kleinvolumig und die Öffnung ist in der Regel etwas verengt.

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Der Hauptgrund: In einem kleineren Glas kann sich der meist zarte Duft eines trockenen oder halbtrockenen Weissweines oder eines Rosés besser entfalten und die flüchtigen Aromen leichter wahrgenommen werden. Außerdem schmecken diese Weine kühl getrunken einfach am besten, weshalb man die Gläser auch stets nur am Stiel halten sollte. Lieber schenkt man häufiger nach, als einen Weisswein lauwarm trinken zu müssen.

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Doch keine Regel ohne Ausnahmen. Leichte und mittelschwere trockene und halbtrockene Weissweine fühlen sich in kleineren Gläsern mit nur leicht bauchiger Form besonders gut aufgehoben, da in diesem Fall die zarten Düfte komprimierter in die Nase gelangen. Außerdem gelangen somit die Fruchtnoten besser auf die Zunge und die Säure wird erst am hinteren Zungenrand wahrgenommen. Außerdem müssen diese Weintypen nur selten belüftet werden, daher sind kleine Gläser vor allem für nicht zu schwere Rieslinge, Weiss- und Grauburgunder, Silvaner, Grüne Veltliner, Sauvignon Blanc aber auch Muskateller, Semillon oder Vinho Verde am besten geeignet.

Schwere Weine, grosse Gläser

Dagegen verlangen kräftige, körperreiche Weissweine nach einem Glas mit etwas größerem Volumen. Denn durch die grössere Luftzufuhr können sie, ähnlich wie es bei Rotweinen der Fall ist, ihre gehaltvolleren Aromen besser entfalten. Solche Gläser eignen sich besonders für Weine aus dem Barrique, für kräftige Chardonnays oder für trockene Rieslingweine der Kategorien Spätlese, Auslese oder Großes Gewächs. Wer sich nicht sicher ist, sollte die entsprechenden Weine aus verschiedenen Glasformen probieren und dabei herausfinden, welches Glas besser dazu passt.

Für süsse Weine wiederum sind Gläser mit einem leicht ausgestellten, also nach oben breiter werdendem Mundrand ideal. Dagegen schmecken edelsüsse Weine aus einem kleinen Glas mit schmaler Öffnung am besten. Dadurch wird die Geschmacksfülle der kompakten Süsse besser auf der Zungenspitze wahrgenommen.

Für kräftige Roséweine, vor allem aus Sorten wie Cabernet Sauvignon oder Shiraz, verwendet man am besten mittelgrosse Gläser, bei denen sich der Kelch nach oben etwas verjüngt.

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Einige Glasproduzenten bieten mittlerweile für fast jede Rebsorte ein spezielles Glas an. Nun, das ist nicht nur eine etwas kostspielige Angelegenheit, man braucht auch viel Platz für die Gläser, sofern man sich nicht mit ein, zwei Rebsorten begnügen mag. Natürlich macht es mehr Spass, für jeden Weintyp ein eigenes Glas zu verwenden. Zwingend nötig ist das aber nicht und sehr körperreiche Weissweine oder Rosés fühlen sich auch in kleineren Rotweingläsern durchaus gut aufgehoben.

Auf einen Blick: Welches Glas verwendet man für Weiss- und Roséweine

Wein Glas Begründung
Leichte und mittelschwere trockene und halbtrockene Weiss- und Roséweine (Rieslinge, Weiss- und Grauburgunder, Silvaner, Grüne Veltliner, Sauvignon Blanc, Muskateller, Semillon und Vinho Verde) Kleinere Gläser mit nur leicht bauchiger Form Die zarten Düfte gelangen komprimierter in die Nase und die Fruchtnoten besser auf die Zunge. Die Säure wird dadurch erst am hinteren Zungenrand aufgenommen.
Kräftige, körperreiche Weissweine (Chardonnays aus dem Barrique und Rieslinge der Kategorien Spätlese, Auslese und Grosses Gewächs) Weissweingläser mit grösserem Volumen Die Aromatik kann durch die erhöhte Luftzufuhr – ähnlich wie bei Rotweinen – besser entfaltet werden.
Süssweine (süss ausgebaute weisse Weinspezialitäten aus verschiedenen Reben) Gläser mit einem leicht ausgestellten, also nach oben breiter werdendem Mundrand Bessere Entfaltung der Aromatik. Die dezent vorhanden Säure wird an den hinteren Abschnitten der Zunge wahrgenommen.
Edelsüsse Weine (edelsüsse Weinspezialitäten aus verschiedenen Rebsorten) kleinen Glas mit schmaler Öffnung Die kompakte Süsse wird besser auf der Zungenspitze wahrgenommen.
Kräftige Roséweine (vor allem Cabernet Sauvignon und Shiraz) mittelgrosse Gläser, bei denen sich der Kelch nach oben etwas verjüngt Auch hier steht die bessere Entfaltung der gehaltvolleren Aromen durch die erhöhte Luftzufuhr im Vordergrund.

Über den Autor

Wolfgang Hubert ist seit über 20 Jahren als Weinjournalist, Verkoster und Autor tätig und war bis 2008 außerdem Chefredakteur des Magazins „getränke markt“. Seit Ende 2014 ist er Chefredakteur des Genussmagazins "selection".

Dazu schreibt oder schrieb er regelmässig diverse Beiträge unter anderem für WeinWisser, Vinum, Wein Gourmet, essen & trinken, sowie für renommierte Tages- und Wochenzeitungen.

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