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Weinschorle – so schmeckt der Sommertrend!

Weinschorle – so schmeckt der Sommertrend!
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Einfach Wein und Wasser zusammenschütten, fertig ist die Schorle. Doch so einfach ist es auch wieder nicht.

Wer in Lokalen schon öfter eine Weinschorle bestellt hat, wird sich sicher manches Mal gewundert haben, was man da so alles serviert bekommt. Wenig erstaunlich, meist ist es eine Mischung aus billigem Hauswein und billigem Mineralwasser. Besser ist es, ein kleines Glas Wein nach eigener Vorliebe sowie das Wasser extra bestellen und dann selbst mischen.

Doch auch Wasser ist nicht gleich Wasser. Ein ausgewogen mineralisiertes Wasser mit mittlerem Kohlensäuregehalt harmoniert am besten mit trockenen Weissweinen, da deren Säure dadurch mehr an Frische gewinnt. Ein idealer Durstlöscher.

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Stark kohlensäurehaltiges Wasser, vor allem wenn ein hoher Anteil von Mineralien wie Natrium, Kalzium und Magnesium darin enthalten ist, intensiviert die im Wein enthaltene Säure. Das kann passen, wenn es einem schmeckt und man das sehr gut verträgt. Oder wenn man als Schorlepartner einen Wein mit wenig Säure wählt, etwa einen Müller-Thurgau, Grauburgunder oder Gutedel.

Stilles Wasser dagegen ist in der Regel weniger geeignet, da es dem Wein geschmacklich die Säure nimmt und ihn dadurch ziemlich flach erscheinen lässt. Also stilles Wasser am besten nur dann verwenden, wenn man sehr säureempfindlich ist und einen Wein mit potentiell hohem Säuregehalt, etwa einen Riesling, gewählt hat.

Welche Weine am besten passen

Aber erlaubt ist beim Mischen, was gefällt. Na ja, beinahe. Der Wein sollte schon eine gewisse Qualität aufweisen. Also nicht den billigsten nehmen, denn er wird durch das Wasser nicht besser. Man muss ja nicht gleich einen Superwein dafür verwenden. Das würde aber prinzipiell auch nicht schaden.

Denn je geschmacksintensiver der Wein, desto mehr spürt man im Mund und die Nase freut sich ebenfalls darüber, wenn sie feine, wenngleich quasi etwas verwässerte Aromen wahrnimmt und nicht mit einem flachen, langweiligen Geruch behelligt wird.

Die Roséschorle - sommerlich erfrischend mit angenehmer Beerennote
Die Roséschorle – sommerlich erfrischend mit angenehmer Beerennote

Also Augen auf bei der Weinauswahl. Wie auch immer, besonders erfrischend an heissen Tagen ist eine Schorle aus feinfruchtigem Riesling und spritzigem Wasser, das nicht zu ausgeprägt mineralisiert ist.

Einen gewissen Trend gibt es derzeit in Richtung Roséschorle. Diese sieht zum einen farblich gut aus, ist geschmacklich oft etwas ausdrucksstärker und bietet einen feinen, sommerlichen Beerengeruch. Neben Spätburgunder-Rosé eignen sich hier fast alle anderen Roséweine mit fruchtigen Aromen.

Dagegen sind Rotweinschorlen eher die Ausnahme. Dafür sollte man bevorzugt einen nicht zu tanninbetonten Wein nehmen, da vor allem mit prickelndem Wasser der Tanningeschmack intensiver wird. Ein guter Tipp dafür sind Spätburgunder, Beaujolais, Dolcetto, Dornfelder und Carmenère.

Und schliesslich spielt auch das Mischungsverhältnis eine Rolle. Üblich sind 50 : 50. Wer es jedoch etwas kräftiger mag, sollte einen Anteil von 55 bis 60 Prozent Wein nehmen. Sehr gut als Durstlöscher geeignet sind dagegen Schorlen, die nur einen Weinanteil von 10 bis 20 Prozent aufweisen. Davon kann man mehr trinken und spürt immer noch den Geschmack des Weines.

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Ob man nun die Schorle mit Eis oder einer Scheibe Zitrone oder Orange trinkt, das sind persönliche Vorlieben. Nur sollte man bei der Zugabe von Eiswürfel bedenken, dass der Mischungsanteil Wasser und Wein sich dadurch nach und nach verändert.

Üblicherweise wird für eine Schorle trockener Wein genommen. Wer es süsser mag, sollte sich für einen halbtrockenen oder süssen Wein entscheiden. Gelegentlich wird Schorle mit einer Zitronenlimonade getrunken. Geht auch, aber das kann den Geschmack schon deutlich verändern und nicht immer zum Besten. Wenn Süsse, dann besser vom Wein. Und im Notfall gibt es ja noch Zucker.

Über den Autor

Wolfgang Hubert ist seit über 20 Jahren als Weinjournalist, Verkoster und Autor tätig und war bis 2008 außerdem Chefredakteur des Magazins „getränke markt“. Seit Ende 2014 ist er Chefredakteur des Genussmagazins "selection".

Dazu schreibt oder schrieb er regelmässig diverse Beiträge unter anderem für WeinWisser, Vinum, Wein Gourmet, essen & trinken, sowie für renommierte Tages- und Wochenzeitungen.

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