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Vorurteile und Mythen – Teil 3: Umgebungseinfluss

Vorurteile und Mythen – Teil 3: Umgebungseinfluss
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Pech gehabt. Der Wein, den man im Urlaub mit Vergnügen getrunken hat, schmeckt zu Hause auf einmal anders. Weshalb das in der Regel so ist und was man dagegen tun kann.

Der Wein im Urlaub war einfach köstlich. Und noch dazu meist erstaunlich günstig. Klar, dass man dann möglichst viel davon kauft, um daheim das Urlaubsvergnügen zu verlängern. Oder um Freunde damit zu beeindrucken, welches Schnäppchen man gemacht beziehungsweise welchen Geheimtipp man ausgegraben hat.

Wie auch immer, die Vorfreude ist groß und der erste Schluck enttäuschend. Na ja, vielleicht hat man nur eine unsauber ausgespülte Flasche erwischt. Vielleicht hatte man einfach nur Pech und der Kanister zum Transport von dem feinen offenen Wein hat aus irgendwelchen Gründen zu viel Luft durchgelassen. Eventuell hat auch der Alkohol oder die Säure den Plastikbehälter angegriffen und unschöne Geschmacksstoffe herausgelöst. Möglicherweise lag es auch am Transport, es war zu heiß, im Flugzeug zu kalt, die Fahrt war zu unruhig, der Wein so naturrein, dass er zu empfindlich auf eine längere Reise reagiert.

Wie man Wein schöntrinkt

Jedenfalls Pech gehabt, das Getränk da im Glas schmeckt anders und weniger gut, als man es in Erinnerung hatte. Doch nicht der Wein hat an Qualität eingebüsst, sondern das Umfeld ist anders geworden. Zum einen die Umgebung. Das tolle Wetter, das besondere südländische Licht, die feine Küche vor Ort mit ihren regionalen Spezialitäten, das alles fehlt auf einmal oder ist anders.

Doch auch die persönliche Situation ist verändert. Die entspannte Urlaubsatmosphäre, der psychologische Effekt der Ferienstimmung ist dem Alltag gewichen und der Platz am heimischen Esstisch vermittelt eben andere Gefühle als der Platz am Meer.

Also am besten Arbeit mit in den Urlaub nehmen, damit man möglichst viel vom Gewohnten mit sich herumschleppt und den Wein unter Alltagsbedingungen beurteilen kann? Nein, am besten ist es, den Wein vor Ort entspannt zu geniessen und ihn in guter Erinnerung zu behalten. Nur wenn man sich ganz sicher ist, kann man ja ein paar Flaschen kaufen. Und versuchen, zu Hause eine ähnlich Urlaubsstimmung herbeizuführen, mit Kerzenlicht, entsprechender Musik und Gerichten, die man in den Ferien so gerne dazu gegessen hat.

Wenn der Wein dann immer noch so gut schmeckt, kann man ihn zu Hause übers Internet nachbestellen.

Über den Autor

Wolfgang Hubert ist seit über 20 Jahren als Weinjournalist, Verkoster und Autor tätig und war bis 2008 außerdem Chefredakteur des Magazins „getränke markt“. Seit Ende 2014 ist er Chefredakteur des Genussmagazins "selection".

Dazu schreibt oder schrieb er regelmässig diverse Beiträge unter anderem für WeinWisser, Vinum, Wein Gourmet, essen & trinken, sowie für renommierte Tages- und Wochenzeitungen.

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