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Vorurteile und Mythen – Teil 2: Kater vermeiden

Vorurteile und Mythen – Teil 2: Kater vermeiden
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Im zweiten Teil dreht sich alles um das Thema Katervermeidung oder weitgehende Katerminimierung. Was hilft und was Märchen sind.

Die einfachste Art, Kater zu vermeiden, ist, so lautet ein netter Rat, nicht mehr Wein zu trinken als man verträgt. Nun verträgt man manches Mal aber mehr, manchmal weniger und gelegentlich merkt man im Laufe eines schönen Abends erst zu spät, dass man ein Glas mehr getrunken hat. Das freut dann den Kater, der schon begierig darauf wartet, einem den nächsten Tag zu vermiesen.

Zum Glück gibt es Anti-Kater-Strategien. Ein alter Tipp lautet, vorsichtshalber vor oder zum reichlichen Weintrinken etwas Öliges zu essen. Das ist eindeutig richtig. Normalerweise führt ein leerer Magen zu einer rascheren Alkoholaufnahme. Wenn aber die Magen- und Darmschleimhaut durch Wasser abweisende Substanzen wie Öl oder Fett bedeckt ist, wird die Aufnahme verlangsamt und der Alkoholspiegel steigt langsamer an.

Sehr beliebt sind etwa Ölsardinen, aber es kann auch jede andere fetthaltige Speise sein. Und wenn man spürt, dass der Wein schon etwas wirkt, kann man immer noch mit Käse oder Wurst entgegensteuern. Aber lieber früher als zu spät.

Wenn der Kater kommt

Das aber hilft nur entsprechend mehr zu vertragen. Um einen Kater zu vermeiden oder zumindest deutlich zu verringern sollte man sich genug Wasser zum Wein gönnen. Denn der Gesamtwassergehalt ist wichtig, damit der Anstieg des Alkoholpegels in ein größeres Verteilungsvolumen kommt. Dabei hat sich bei vielen Tests erwiesen, dass ein Trinkverhältnis bei Wein zu Wasser von 1 zu 1 zumindest den Kater reduziert. Vor allem, wenn man kurz vor dem Schlafen noch ein Glas Wasser trinkt. Denn nach allgemeiner Ansicht entzieht Alkohol dem Körper Wasser.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte dazu vor dem Einschlafen noch 1 bis 2 Aspirin oder ähnliche Tabletten zu sich nehmen. Auch Magnesiumtabletten können helfen, das ist aber nicht hinreichend untersucht.

Dagegen hat die Einhaltung des alten Spruchs „Bier nach Wein, das lass sein“ keinerlei Auswirkung auf einen möglichen Kater. Nicht die Art der Alkoholaufnahme ist entscheidend, sondern eher die Menge und diese ist individuell unterschiedlich. Und im Grunde ist dieser Spruch auch keine „Weisheit“, sondern bezog sich auf den gesellschaftlichen Status. Wein galt als Getränk der wohlhabenderen Schichten. Wer genug Geld hatte, konnte sich den Aufstieg vom Bier zum Wein leisten und wer sein Geld wieder verlor, musste sozusagen wieder Bier anstelle von Wein trinken.

Manche empfehlen, bei einem Kater am nächsten Tag spätestens nach dem Frühstück entweder ein Glas Wein, Sekt oder Bier zu trinken. Nun, ob das hilft, dafür gibt es nur unzureichende Kenntnisse. Abgesehen davon, dass dann wieder der Alkoholpegel steigt und entzieht der Alkohol ja wieder Wasser. Also wer es unbedingt probieren will, sollte dazu oder sofort danach wieder mindestens dieselbe Menge Wasser trinken.

Über den Autor

Wolfgang Hubert ist seit über 20 Jahren als Weinjournalist, Verkoster und Autor tätig und war bis 2008 außerdem Chefredakteur des Magazins „getränke markt“. Seit Ende 2014 ist er Chefredakteur des Genussmagazins "selection".

Dazu schreibt oder schrieb er regelmässig diverse Beiträge unter anderem für WeinWisser, Vinum, Wein Gourmet, essen & trinken, sowie für renommierte Tages- und Wochenzeitungen.

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