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Wein Stuttgart – Weingenuss im Hotel Graf Zeppelin

Wein Stuttgart – Weingenuss im Hotel Graf Zeppelin
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Die „WeinStuttgart“ ist eine der wichtigsten Weinmessen in Baden-Württemberg. Nicht nur regionale Winzer stellen hier ihre neuesten Kreationen vor. Wir waren vor Ort.

Das Wochenende in der Hauptstadt der Schwaben klingt vielversprechend. Auch wer’s nicht vermutet, diese können sich schon dem Genuss hingeben. Und nicht nur für Brezeln, Maultaschen, Kartoffelsalat und Rostbraten mit Spätzle schwärmen. Es geht dann doch schon über nationale Grenzen hinaus.

Treffpunkt der Schwaben – Markthalle

Recht zentral gelegen und gut erreichbar der „Tatort“: Das Steigenberger Hotel Graf Zeppelin. Ankommen, ablegen und sich sofort ins Getümmel stürzen.

Angereist bin ich zum internationalen Geniessertreffen der WeinStuttgart. Da diese jedoch erst pünktlich um zwölf ihre Pforten öffnen wird bleibt noch einiges an Zeit, um auf Entdeckungstour zu gehen. Die Königstrasse – die Shoppingmeile Stuttgarts – befindet sich gleich um die Ecke.

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Mein Plan: Stuttgart zu Fuss erkunden und in Erfahrung bringen, ob die Schwabenmetropole mir nicht doch nicht den einen oder anderen Genussmoment bescheren könnte.

Gesagt, getan. So steuere ich mein erstes Ziel an: die Markthalle. Sie ist der Treffpunkt der Stuttgarter am Samstag schlechthin. Seit Anbeginn bilden Weinbau und Landwirtschaft, Handwerk und der Handel mit Wein, Salz und Holz die wirtschaftliche Grundlage der Stadt Stuttgart.

2014 feierte die Markthalle ihr 100-jähriges Jubiläum. Wenn man durch die grossen Tore ins Innere der Markhalle gelangt, schlagen einem wortwörtlich viele bunte Farben, ein riesige Vielfalt von Gerüchen und ein lichtdurchflutetes Gebäude entgegen. Über 40 Markstände bieten hier regionale und internationale Waren an. Ich denke, es gibt nichts, das es hier nicht gibt. So kann man gemütlich durch die Reihen schlendern, hier und da eine Kostprobe nehmen.

Sollte man an einer Führung interessiert sein, kann man diese im Vorfeld buchen. Dabei hat man die Gelegenheit hinter die Kulissen und vor allem in die Katakomben der Halle zu schauen. Und zu erfahren, warum es Schienen gibt, die durch die Markthalle führen. Mit dieser Grundlage entscheide ich mich zurück ins Zeppelin zu marschieren.

Zeppelingeflüster und Gläserklirren

Inzwischen höre ich schon beim Treppenaufgang Gläser klirren. Auf die nächsten Glücksmomente freue ich mich mächtig. Das Ausstellerverzeichnis klang spannend, quasi eine kleine Reise durch Deutschland, mit Abstecher nach Argentinien, Frankreich, Italien, Spanien und Südafrika. Sehr angenehm aufgeteilt, genug Platz zwischen den Ständen, sodass kein grosses Gedränge entstand.

Champagner – um sie noch mehr zu lieben

Weinbau in der Champagne
Weinbau in der Champagne

Mein erstes Ziel war die Champagne. Yves Couvreur und seine ausserordentlich charmante Frau Minda hatten ihre Champagner genau auf die richtige Trinktemperatur gebracht. Das Champagnerhaus wird seit 1644 von Generation zu Generation weitergegeben.

In Rilly la Montagne, ca. 15km südlich von Reims gelegen, bewirtschaften sie ca. 6,5 Hektar. Alle drei Champagner-Rebsorten sind vertreten: Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay.

Seine Stillweine durchlaufen die malolaktische Gärung und verbleiben 15-36 Monate auf der Hefe. Er gehört zu den „vigneron independant“ und sein Weingut ist HVE-zertifiziert (haute valeur environnementale/high environmental value). HVE deckt vier Schlüsselparameter ab: konservierende Biodiversität, Pflanzenschutzstrategie, das Wassermanagement und den Umgang mit Dünger.

Diese Umsichtigkeit schlägt sich auch in seinen Champagnern nieder, puristische, aromatische und stilvolle Cuvées sowie zwei Blanc de Blancs sind unter seinen Händen entstanden.

Der Schwabe lässt nichts anbrennen

Der Saal füllt sich, im breitesten Schwäbisch werden hier Gespräche geführt, der Besucher löchert mit all möglichen Fragen die anwesenden Winzer.

Mein nächster Gang führt mich an die Mosel. Ein auffallender Stand, die Flaschen – alle mit einem entzückend grünen Schraubverschluss – sind fein übersichtlich aufgereiht. Und eine junge Dame schenkt mit einem sympathischen Lächeln ihre Rieslinge ein.

Ich treffe hier auf Ulrike Thul, die Inhaberin eines Weingutes in Leiwen an der Mosel. Von ihren Eltern übernommen, befindet sie sich im zweiten Erntezyklus und bringt 10.000 Flaschen aus ihren Steillagen hervor.

Ein sehr durchdachtes Marketingkonzept steht da vor mir: ich habe es hier mit Auftakt, Verführer, Poet, Gefährte, Solist und Kompliment aufzunehmen. Alles Rieslinge. Ein wundervolles Crescendo bietet sich mir hier im Glas. Vom Secco – der den Verführer spielt – bis hin zum Kompliment, der Spätlese.

Junge, frische und spritzige Weine hat sie kreiert. Und noch einen Schritt weitergedacht: jede Flasche hat auf der Rückseite eine ganz besondere Beschreibung mitbekommen, so lese ich den Verführer so: “…ist ein Charmeur wie er im Buche steht. Prickelnd, verspielt und lebhaft stellt er sich vor. Lass dich von unserem Verführer auf eine leidenschaftliche Reise entführen. Und wer weiss, wo diese endet… Ich hoffe doch für den Leser einmal an der Mosel.

Die Erde ist das wert, wie sie bearbeitet wird

Nur stellt sich bei mir die Lust auf etwas Feuriges ein. Und ich will einen Blick über die Alpen werfen. Mit einem Auge schiele ich nach Bolgheri, also in die Toskana.

Vom Schwäbischen gleite ich galant ins Italienische über. Dr. Klaus Hanke von Sapori Italiani aus München vertritt unter anderem Winzer aus Bolgheri und hat ein paar interessante Weine dabei.

So sinnieren wir über diese, während wir einen besonderen Tropfen im Glas halten: von Chiappini den Guado de Gemoli, einen DOC Rosso Superiore, 2010er Jahrgang, mit 80% Cabernet Sauvignon und 20% Merlotanteil. Ein Wein von einer tiefen Aromatik, Eleganz, Potenz und Komplexität.

Was mir gut gefällt, der Weinliebhaber kann sich ein paar Tage Urlaub in Bolgheri gönnen, denn „Agrotourismus“ wird in diesem Gebiet gross geschrieben. Und zu entdecken gibt es hier definitiv so Einiges.

Für Zwischendurch hatte sich im Foyer eine „Trüffelmanufaktur“ installiert. Nun, Wein und Trüffel gehen ja durchaus eine Symbiose ein. Auf warmen Toast ein Stück Trüffelbutter oder einen mit Trüffel-Mascarpone gefüllten Brie und die Papillen sind am Tanzen.

Steillagen schliessen Dynamik nicht aus

Die Worte Bio und Gästehaus hatte in meinem Kopf Bilder entstehen lassen. Wie ein Magnet zog es mich zurück an die Mosel. Es herrschte Dynamik am Stand von Hubert und Hermann Botzet: Sohn und Vater haben von der Natur die Chance erhalten, sich um den Hubertushof in Lieser kümmern zu dürfen.

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Es ist viel frischer Wind eingezogen, seit Hubert mit das Zepter in die Hand genommen hat: es wurde auf Bio umgestellt. Und jeder, der sich etwas näher mit dem Thema beschäftigt, weiss welche Knochenarbeit dahintersteckt.

Devonschiefer bildet hier die Grundlage für die angepflanzten Rebsorten.

Es ist spannend Hubert Botzet zuzuhören, während er Winzersekt und Wein sanft ins Glas giesst. Er verfügt über ein enormes Wissen und das bereits in so jungen Jahren. Dieses hat er souverän in seine Weine transferiert – die sind nicht still, die haben richtig Leben in sich!

Von Bettina Wieland

Weitere Informationen:
www.champagne-yves-couvreur.fr
www.weingut-hubertushof.de
weingut-ulrike-thul.de

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