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Weihnachten bei den Nachbarn – Gegrillte Dorade

Weihnachten bei den Nachbarn – Gegrillte Dorade
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Feliz Navidad! So wünscht man sich in Spanien frohe Weihnachten. Und während man in derart mediterranem Klima wohl meist vergeblich nach wichtigen Faktoren wie Schnee und einer guten Nordmanntanne sucht, mangelt es trotzdem nicht an festlicher Stimmung. Sicherlich nicht ganz unerheblich ist, dass sich das ganze Land zwischen dem 25. Dezember und 06. Januar einer fast ununterbrochenen Orgie von weihnachtlichen Zusammenkünften hingibt.

Von Sophia Spillmann

Nicht wegzudenken aus der Vorweihnachtszeit ist die berühmte Lotería de Navidad, die spanische Weihnachtslotterie. Seit mehr als 200 Jahren gibt es diese Lotterie, „El Gordo“ ist der grösste Lotterie-Preis der Welt. Besonders bekannt ist die Fernsehwerbung für die Lotterie, die jedes Jahr aufs neue eine anrührende und emotionale Geschichte rund um das Thema Weihnachten erzählt.

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Der 24. Dezember, Noche Buena genannt, wird oft mit einem einfachen Mahl mit der Familie gefeiert, bevor vor allem ältere Generationen zur Misa de Gallo in die Kirche gehen. Das wahre Festmahl findet in Spanien am 25. Dezember statt. Das Abendessen in Spanien ist ohnehin eine Sache für sich.

Vorfreude auf leckere Speisen im Kreise der Familie
Vorfreude auf leckere Speisen im Kreise der Familie

Wer es gewohnt ist, am frühen Abend zu speisen, dem sei eine kleine Zwischenmahlzeit dringend ans Herz gelegt. Denn keine spanische Familie, die etwas auf sich hält, wird ein zünftiges Essen vor 21:00 Uhr in Erwägung ziehen. Oft wird es dabei auch deutlich später: Wenn der Letzte die Gabel ermattet zur Seite legt, kann es auf Mitternacht zugehen.

Normalerweise beginnt das Festessen mit mehreren Vorspeisen. Oft sind das Gambas, Serrano-Schinken – zu Weihnachten wird zu diesem Zweck gerne auf eine Paleta des edlen 5 Jotas zurückgegriffen– eingelegtes Gemüse wie Gürkchen und Spargel und dergleichen mehr. Wer nun denkt, nach einem solch üppigen ersten Gang könne nur ein leichter Hauptgang folgen, irrt jedoch.

Je nach Region unterscheiden sich die Hauptgänge stark. Während man in küstennahen Zonen oft Fischgerichte speist, finden sich im Landesinneren auch deftige Eintöpfe, Braten oder andere fleischlastige Gerichte auf den festlich gedeckten Tischen. Dazu darf ein edler Tropfen aus den vielfältigen spanischen Rebbaugebieten nicht fehlen.

Zum Nachtisch gibt es dann den obligatorischen Turron, in Blockform geschnittene süsse Spezialitäten. Oft bestehen sie aus Honig, Zucker, Eiweiss und gerösteten Mandeln. Aber auch Turron aus Schokolade mit Nüssen oder ein weicher Turron aus Ei, Zucker und gemahlenen Mandeln sind sehr beliebt.

Geschenke werden heutzutage auch in Spanien oft am 25.Dezember ausgetauscht. Ursprünglich aber wurden sie nicht von Papá Noel, sondern am 06. Januar, von den Reyes Magos verteilt. Viele Eltern schenken ihren Kindern nun an beiden Tagen etwas, was einer doppelten Bescherung gleichkommt.

Weihnachten bei den Nachbarn in Frankreich – gefüllte Poularde

Am Morgen danach erfolgt zum Abschluss des Feiertages und der Weihnachtszeit ein Frühstück mit dem sogenannten Roscón de Reyes. Das ist ein Ring aus Hefegebäck, der reich mit kandierten Früchten verziert ist, die die prachtvollen Gewänder der Könige symbolisieren sollen. Nur gut, dass die mediterrane Küche im Anschluss an all diese Festtage leicht und bekömmlich ist und die angefutterten Ringe schnell wieder zum Verschwinden bringt.

Nun aber zu unserem heutigen Rezept, der grillierten Dorade. Bei so vielen Familienessen schadet es sicher nicht, sich auch mal an etwas leichtere Speisen zu halten, die dennoch schmackhaft und edel sind.

Doraden sind mittelgrosse Fische, die über ein schmackhaftes, weisses Fleisch verfügen, das besonders gut zu mediterranen Kräutern wie Thymian und Rosmarin passt. Besonders schön entfalten sich die Aromen im Ofen mit Grillfunktion.

Pro Person sollten Sie eine Dorade einplanen. Wenn an Ihnen kein Sushi-Meister verloren gegangen ist, bitten Sie am besten die freundlichen Damen und Herren in der Fischabteilung, die Fische auszunehmen und küchenfertig vorzubereiten. So ersparen Sie sich den Kampf mit den überaus widerspenstigen Schuppen.

Weihnachten bei den Nachbarn in Italien – Arrosto di Vitello

Die gewaschenen und trockengetupften Fische werden nun mit Salz und Pfeffer gewürzt und mit Thymian gefüllt, wer es mag kann auch eine Knoblauchzehe hinzufügen. Nun pinselt man die Dorade mit einem guten Olivenöl ein, das man zuvor mit Rosmarin, Salz und Pfeffer angereichert hat – für experimentierfreudige darf auch ein wenig Chili dabei sein – und schiebt alles 20 Minuten in den Ofen.

Anschliessend kann man sich am zarten, aromatischen Fleisch und der herrlich knusprigen Haut der Dorade erfreuen. Besonders gut passt das beispielsweise zu Bandnudeln mit einem zitronigen Sösschen.

Das Rezept Schritt für Schritt erklärt finden Sie hier

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