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Vorurteile und Mythen – Teil 6: Discount-Champagner

Vorurteile und Mythen – Teil 6: Discount-Champagner
Copyright iStockphoto Alberto Bogo

Die billigen Champagner im Discount und in Supermärkten sind tolle Schnäppchen, hinter denen sich in Wirklichkeit grosse berühmte Namen verbergen. Das jedenfalls ist immer wieder zu hören.

Ein Grund zum Feiern, der äusserst günstige Champagner mit einem unbekannten Namen für 11,99 Euro aus dem Discountregal ist in Wirklichkeit ein ganz hochwertiges Erzeugnis eines bekannten Hauses, für das man sonst die dreifache Summe ausgeben müsste, mindestens. Vielleicht steckt sogar ein Dom  dahinter, hat einmal der Freund eines Nachbarn aus ganz sicherer Quelle gehört. Also schnell ein paar Kisten kaufen und auf die Ahnungslosen anstossen, die lieber teuren Markenchampagner trinken und auf deren kostspielige Bewerbung in Hochglanz-Zeitschriften hereingefallen sind.

Herzlich willkommen im Kreis der Mythenanhänger. Zwar taucht immer wieder die Behauptung auf, hinter sehr günstigen Angeboten so genannter No-Name-Artikel, vom Taschentuch über Eis bis zum Champagner, verbergen sich in Wahrheit Topqualitäten bekannter Markenerzeuger, aber diese Aussage wird auch durch häufiges Wiederholen nicht richtiger.

Was hinter dem Mythos steckt

Natürlich beliefern manche Markenhersteller auch den Discount & Co mit Waren unter einem anderen Namen, doch ist in der Regel diese Qualität zumindest etwas weniger gut als das Markenprodukt. Weshalb aber schneiden dann die Champagner-Schnäppchen bei Tests immer wieder ordentlich ab?

Aus einem ganz einfachen Grund. Der Lebensmittelhandel ist daran interessiert, gute Champagner zu einem bestmöglich günstigen Preis anzubieten und gibt den Lieferanten im Allgemeinen vor, welche Geschmacksrichtung in der Flasche enthalten sein soll und was das Produkt maximal kosten darf.

Es gibt genügend grössere Kellereien, auch in der Champagne, die dank moderner Kellertechnik durchaus ordentliche Qualitäten zu diesen Konditionen liefern können. Es gibt in den Regalen ja immer wieder besonders günstige Weine, die man trinken könnte, ohne einen Ausschlag zu bekommen. Aber wer einen teureren Champagner oder Wein eines bekannten Hauses damit vergleicht, wird in der Regel einen gewissen Unterschied feststellen. Und die guten Erzeuger haben keine Absatzprobleme und sind daher auch nicht auf die Lieferung von namenloser Getränke an Discount & Co angewiesen.

Es verhält sich bei diesem Thema so ähnlich wie bei Autos oder Fahrrädern. Fahren kann man mit jedem, aber bei bestimmten Modellen macht es einfach mehr Spaß.

Über den Autor

Wolfgang Hubert ist seit über 20 Jahren als Weinjournalist, Verkoster und Autor tätig und war bis 2008 außerdem Chefredakteur des Magazins „getränke markt“. Seit Ende 2014 ist er Chefredakteur des Genussmagazins "selection".

Dazu schreibt oder schrieb er regelmässig diverse Beiträge unter anderem für WeinWisser, Vinum, Wein Gourmet, essen & trinken, sowie für renommierte Tages- und Wochenzeitungen.

Kommentare

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Reiner Holtzschuh

Wer beim Champagner hervorragende Qualität haben möchte und trotzdem nicht für jede Flasche gleich EUR 40,00 aufwärts bezahlen will, sollte es wie die größte Champagner Trinker Nation, die Franzosen machen.
Die trinken nämlich zumeist Winzer Champagner für rund EUR 20,00.
Diesen holt man am besten direkt in der Champagne, oder wenn man mal nicht kann, ist er auch Online zu bestellen, bspw. bei gerards-champagner.
Wer diese noch nicht kennt, wird absolut überrascht sein. Denn können Franzosen kulinarisch irren!? Wohl kaum.
Santé

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