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Promi-Weine (2) – Günther Jauch und Dieter Meier

Promi-Weine (2) – Günther Jauch und Dieter Meier
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Im zweiten Teil unserer Serie Promi-Weine schauen wir uns die edlen Tropfen von zwei alten Haudegen aus dem Show-Biz an. Günther Jauch und Dieter Meier stehen im Fokus.

Von Tim Rohrwasser

Was dem Ottonormalverbraucher der Modellbau, das Velo oder die Abfahrtski sind, das ist den Reichen und Schönen dieser Welt das eigene Weingut. Nun, ganz so ist es natürlich nicht. Aber es scheint schon mancherorts danach, als ob das eigene Weingut zum Promi-Hobby schlechthin geworden ist.

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Wir haben uns vorgenommen, die Projekte einiger VIPs genauer zu beleuchten. Bringen sich die Stars auch selbst ein, oder geben sie doch nur ihren Namen her? Im letzten Teil haben wir uns die Weine von Günther Klum und Til Schweiger angeschaut. Heute sind Günther Jauch und Dieter Meier an der Reihe.

Günther Jauch in Diensten der Tradition

Günther Jauch im Besitzt des Weinguts Von Othegraven
Günther Jauch im Besitzt des Weinguts Von Othegraven

Günther Jauch hat nicht viel Ahnung von Wein. Da macht er selbst keinen Hehl draus. Gut, inzwischen könnte der ein oder andere Zusammenhang hängengeblieben sein, schliesslich ist er seit dem Jahre 2010 stolzer Besitzer des Weinguts Von Othegraven bei Kanzem an der Saar.

Doch wieso hat sich der Showmaster, der nach eigenen Angaben bis zu seinem 40. Lebensjahr gar keinen Wein getrunken hatte, ein Weingut gekauft? An der eigenen Expertise kann es nicht liegen. Vielmehr ist der Grund in der Tradition zu suchen, der sich Jauch verschrieben hat. Genauer gesagt, der eigenen Familiengeschichte.

Was die meisten nicht wissen: Günther Jauchs Grossmutter ist eine geborene von Othegraven. Ihr Bruder Max hatte das Gut seit dem Jahre 1925 über viele Dekaden geleitet. Als junger Spross war Jauch hier oft zu Gast, lernte die Landidylle kennen. Eine willkommene Abwechslung für den Berliner Buben aus einer Dreizimmerwohnung.

Nach dem Tod des Grossonkels ging der stolze Besitz in die Hände der Nichte über. Heidi Kegel hiess fortan die Besitzerin und eben sie war es, die das Weingut im Jahre 2010 zum Kauf anbot. Jauch, von der Panik motiviert, jemand könnte aus dem stolzen Familienstammsitz einen gesichtslosen Hotelkomplex machen, entschied sich gemeinsam mit seiner Frau das Weingut zu erwerben.

Überwiegend Riesling wird im Weingut angebaut
Überwiegend Riesling wird im Weingut angebaut

Damit holte er das Weingut, das auf eine fast 500-jährige Geschichte zurückblicken kann, zurück in die Familie, in der es seit dem frühen 19. Jahrhundert war. Genau genommen ist es die siebte Generation, in der der Showmaster die Geschicke des Guts leitet.

Doch leitet wirklich er das Gut? – Wohl nicht! Er bringt sich ein, betont aber auch selbst, das die Expertise von seinen Kellermeistern stammt. Und diese ist zweifelsohne vorhanden.

Die Weine sind von typischer Moselprägung. Rieslinge in verschiedenen Qualitätsstufen bis hin zu den Grossen Gewächsen. Die Angebotspalette ist breit.

Dabei zeugen alle Weine von grosser Handwerkskunst. Man schmeckt das Terroir und die Typizität des exzellenten Leseguts, auf das man auf knapp 13 Hektaren zurückgreifen kann. Zu 80 Prozent ist es Riesling. Das Herzstück des Gutes: Der Kanzemer Altenberg mit seinen extremen Steillagen.

Unser Fazit: Günther Jauch ist nicht aus Liebe zum Wein in das Weingeschäft eingestiegen. Seine Motive sind aber mindestens genauso ehrenwert. Er versucht nicht, wie viele andere, ohne Ahnung von Wein, Weine mit seinem Namen zu vermarkten. Seine Weine tragen nicht einmal den Namen Jauch. Auch als Werbefigur hält er sich zurück.

Sein Stolz ist das Anwesen und die Naturverbundenheit, die er hier leben kann. Die Weine sind das Produkt seiner Winzer, denen er freie Hand lässt. Und diese können sich sehen lassen. Sehr sogar! Das besonders Schöne: In Sachen Preis-Genuss-Verhältnis sucht man Starallüren bei den Weinen vergeblich!

Dieter Meier – ein umtriebiger Geniesser

Mendoza hat es Dieter Meier angetan
Mendoza hat es Dieter Meier angetan

Dieter Meier ist in der Weinwelt schon seit vielen Jahren ein bunter Hund. Ihn vorzustellen ist wohl kaum noch nötig. Auch wir hatten ihn bereits portraitiert. Dem Frontmann des Pop-Duos Yello, das in den letzten 30 Jahren beachtliche Erfolge verzeichnen konnte, hat es Argentinien besonders angetan. 1993 war er zum ersten Mal hier und besuchte die Estancias, wie die Gutsbetriebe hier genannt werden.

Sehr schnell war klar: Hier möchte der Poptitan Wein an- und ausbauen. Die Weite und die Fruchtbarkeit des Landes sowie die aus den verschiedenen Klimazonen resultierenden Möglichkeiten zu Füssen der majestätischen Anden, haben es ihm angetan. Schon zwei Jahre nach dem ersten Besuch setzte er sein Vorhaben in die Tat um. Es entstand ein Weingut im prestigeträchtigen Anbaugebiet Mendoza.

Inzwischen sind über 25 Jahre vergangen. Argentinischer Wein führt kein Nischendasein mehr. Die Weinwelt kennt die herausragenden Qualitäten, die im Land der Gauchos entstehen. Das Mendoza mischt dabei ganz vorne mit. Auf das richtige Pferd gesetzt, Herr Meier!

Dieter Meier hatte von Anfang an eine glasklare Vorstellung, wie er seinen Wein haben möchte. Aber nicht nur das. Er hatte auch eine klare Vorstellung, was für ein Landwirt er sein möchte. Bei ihm wird ausschliesslich biologisch angebaut. Ökologisch verträglich muss die Landwirtschaft für ihn sein.

Und der Wein? – Zu viel Holz mag Meier nicht. Dass viele Konsumenten eben dies für ein Qualitätssymbol halten, ist geschenkt. Meier weiss besser, was einen guten Wein ausmacht. Eine regionale Identität muss der Wein haben. Und das hat der Wein des Künstlers allemal.

Unser Fazit: Dieter Meiers Liebe zu seinem Produkt könnte grösser kaum sein. Er setzte schon auf argentinischen Wein, als dieser in Europa noch nur ein müdes Lächeln hervorrief. Malbec steht bei ihm im Vordergrund. Das tut die Rebe in ganz Argentinien. Und die Weine die bei Dieter Meier aus der Traube entstehen sind guttrinkbare Alltagsweine, die eine ganze Menge Spass machen.

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