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Porzellan-Sekt aus dem Rheingauer Weingut Breuer

Porzellan-Sekt aus dem Rheingauer Weingut Breuer
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Bereits die erste Ankündigung löste Staunen aus. Deutscher Winzersekt zu Champagnerpreisen? Das war zu Beginn der 1990er Jahre noch höchst ungewöhnlich. Es gab daher viele Weingenießer, die sich darüber nicht besonders freundlich äußerten. Die sind wohl abgehoben, war da noch eine der netteren Aussagen. Ziel der Kritiken war das Rheingauer Weingut Georg Breuer, das zwar schon damals zu den besten Deutschlands zählte, aber doch bitte nicht um jeden Preis.

Die damaligen Besitzer, die Brüder Bernhard und Heinrich Breuer, blieben jedoch stur und luden zu einer Party anlässlich der ersten Präsentation ihres Edel-Sektes ein. Spektakuläre Schatten nachts in Rüdesheim, schlagzeilten Journalisten und gaben erst im weiteren Verlauf ihrer Artikel Entwarnung. Nein, das sei keine Ausgeburt einer aus dem Ruder gelaufenen Rieslingzecherei gewesen, hieß es dann, sondern ein künstlerischer Akt.

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An diesem war Angerer der Jüngere beteiligt, der durch seine Shadow-Paintings bekannt wurde. Dabei werden naturbedingte oder technisch erzeugte Schatten mit einer Zeichnung oder einem Bild zusammengeführt. Doch für den neuen Prestige-Sekt Georg Breuer Brut ließ er sich noch etwas Besonderes einfallen. Ein Etikett aus Porzellan, auf dem eine „Schattentraube“ zu sehen ist, sollte die Flasche zieren. Was dazu führte, dass später die ausgetrunkenen Flaschen oft nicht einfach entsorgt, sondern quasi als Kunstgegenstand in Wohnzimmerregalen aufbewahrt wurden.

Das ist auch noch heute der Fall, denn die Qualität des Jahrgangssektes war und ist unbestritten und den auf ein paar tausend Flaschen limitierte Georg Breuer Brut ziert noch immer das ungewöhnliche Porzellanetikett. Sein Inhalt ist eine zum größten Teil in Barriques gereifte Cuvée aus Weißburgunder, Grauburgunder und Spätburgunder, die vor dem Degorgieren mindestens drei, meist vier Jahre auf der Hefe lag und als Dosage einen Schuss Riesling Auslese erhält.

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Das Resultat duftet nach kandierten gelben Früchten, Quitten, Feigen, Honig und mineralischer Note. Im Glas zeigen sich feinfruchtige Noten, eine animierende Säure, dazu eine kraftvolle Eleganz mit zartcremigem Charakter und sehr langem fruchtig-mineralischen Abgang. Der Sekt passt sehr gut zu leichten Pasteten, gegrilltem Fisch, Scampis in leichter Kräuter-Marinade oder zu fruchtig-leichten Desserts.

Über den Autor

Wolfgang Hubert ist seit über 20 Jahren als Weinjournalist, Verkoster und Autor tätig und war bis 2008 außerdem Chefredakteur des Magazins „getränke markt“. Seit Ende 2014 ist er Chefredakteur des Genussmagazins "selection".

Dazu schreibt oder schrieb er regelmässig diverse Beiträge unter anderem für WeinWisser, Vinum, Wein Gourmet, essen & trinken, sowie für renommierte Tages- und Wochenzeitungen.

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