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Huberts Standpunkt – Unsere Bewertungen

Huberts Standpunkt – Unsere Bewertungen
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Unsere Bewertungen – und was manche Winzer darüber so denken

Ein paar Wochen vor unserer Verkostung im April erhielt ich einen bemerkenswerten Anruf. Ein Winzer aus Süddeutschland wollte sich einmal generell erkundigen, wie wir die Weinbewertungen vornehmen. Er fügte gleich hinzu, dass die Ergebnisse unserer Juroren nicht immer auf Übereinstimmung bei Winzern und Händlern stoßen würden. Außerdem munkele man, dass Bewertungen wohl auch gekauft wären.

Richtig, wir lassen uns jeden Bewertungspunkt mit 100 Euro bezahlen und vergeben deshalb so gerne und oft die Maximalzahl von 100 Punkten, damit wir unsere Luxusvillen in Davos, Kitzbühel, London, New York und Beverly Hills weiterhin mit Gemälden von Picasso oder Henri Matisse ausstatten und unsere große, sündhaft teure Oldtimer- und Yacht-Flotte ständig erweitern können.

Doch jetzt einmal im Ernst. Auf meine verblüffte Nachfrage meinte der Winzer, wir würden wohl Weine höher bewerten, sobald Anzeigen platziert werden. Und nein, er kenne unser Heft nur dem Namen nach. Daraufhin bot ich an, ihm ein paar Exemplare zu schicken, damit er sich selbst optisch davon überzeugen kann, dass hier Prämierungen und Anzeigen nichts miteinander zu tun haben. Gesagt, getan. Und ein paar Tage darauf meldete der Winzer einige Weine bei uns an, natürlich ohne eine Anzeige aufzugeben. So viel zum Thema „gekaufte Weine“ bei selection.

Es stimmt jedoch, dass unsere Ergebnisse sich manchmal von anderen Magazinen oder Kritikern unterscheiden. Das ist jedoch keineswegs ungewöhnlich, denn auch die Bewertungen von beispielsweise Decanter, Robert Parker, Jancis Robinson, Falstaff oder Vinum differieren nicht selten. Und unser Jury-Team aus Winzern, Händlern, Weinjournalisten, Sommeliers und ein paar privaten Weinliebhabern testet die Weine prinzipiell im Rahmen von Blindverkostungen. Daher hat jede(r), also auch national oder international weniger bekannte Winzerin oder Winzer die Chance auf eine unserer Medaillen und Urkunden oder auf ein Porträt. Und wer das nicht glaubt, kann es ja einmal selbst probieren.

Wolfgang Hubert

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Über den Autor

Wolfgang Hubert ist seit über 20 Jahren als Weinjournalist, Verkoster und Autor tätig und war bis 2008 außerdem Chefredakteur des Magazins „getränke markt“. Seit Ende 2014 ist er Chefredakteur des Genussmagazins "selection".

Dazu schreibt oder schrieb er regelmässig diverse Beiträge unter anderem für WeinWisser, Vinum, Wein Gourmet, essen & trinken, sowie für renommierte Tages- und Wochenzeitungen.

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