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François Lurton – Vinophile Fussspuren setzen

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Copyright François Lurton

Sein Rucksack ist reich gefüllt – mit dem Erbe seiner Familie, einer Bordelaiser Weindynastie. Und zugleich trägt François Lurton auch eigene Ideen in seinem Gepäck. Visionen von der Zukunft, vom Arbeiten im Einklang mit der Natur – und von Weinen, die die Welt und ihre Herkunft in Perfektion spiegeln.

Die Weinwelt ist wie eine grosse Spielwiese. Sie bietet einen geschützten Raum, in dem man sich an gelegten Pfaden orientieren kann. Und doch gibt es noch immer genug Wege, Neues, Eigenes, Visionäres zu erschaffen. François Lurton ist einer jener Pioniere der Weinwelt, der ihr seinen eigenen Stempel aufdrücken möchte.

Er entstammt einer namhaften Winzerdynastie aus dem
Bordeaux, die seit 120 Jahren Wein produziert. Und auch ihn, der Teil der fünften Generation ist, lässt die faszinierende Welt der vergorenen Trauben nicht los.

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„Wein ist die zivilisierteste Sache der Welt“, wusste schon François Rabelais, Schriftsteller der Renaissance. Eine Ansicht die Jahrhunderte später auch sein Namensvetter François Lurton teilt. Er, der beste Voraussetzungen hatte, in seiner Heimat einfach und allein den bereits gelegten Pfaden seiner Vorfahren zu beschreiten, wollte eigene Fussstapfen hinterlassen, Grenzen erforschen und die Welt kennenlernen.

Er sammelte Erfahrungen auf allen Kontinenten und gründete gemeinsam mit seinem Bruder ein Wein-Consulting-Unternehmen. Die Reise ging weiter und führte ihn in die verschiedensten und spannendsten Weinbauregionen, um dort Weingüter zu beraten: Von Moldawien über Spanien, Portugal und Italien bis nach Australien und Argentinien.

Doch die theoretische Beratung reichte den beiden nicht aus. Auch sie wollten praktisch handeln. Bald begannen sie selbst eigene Weine zu entwickeln; Fussspuren zu hinterlassen.

Die Verwirklichung einer Vision

François Lurton bestreitet neue Pfade
François Lurton bestreitet neue Pfade

Vor zehn Jahren trennten sich die beruflichen Wege der Geschwister. Während Jaques sich auf Projekte in Spanien konzentrierte, übernahm François die Leitung der Gesellschaft. Mehr noch: Er veränderte Schritt für Schritt seine Art, Wein zu machen. Denn Fussspuren allein interessieren ihn nicht, der Abdruck, den er in der Weinwelt hinterlassen möchte, soll ein ökologischer sein.

So stellte er nach und nach alle Weinberge auf biologischen Weinbau um und baute sein Portfolio neu auf. Er trennte sich von Weinbergen in Portugal und konzentrierte sich mehr und mehr auf seine Weingüter in Südamerika. Für ihn persönlich eine der spannendsten und intensivsten Weinanbauregionen der Welt.

Sein Ziel dabei: Mit Dynamik und Kreativität Weine zu Leben zu erwecken, die wahrlich Leben in sich tragen. Nämlich die geschmacklichen Spuren ihrer Herkunft. Diese fängt François Lurton in perfekter und klarer Weise ein. Ein Paradebeispiel für seine Art Wein zu kreieren, ist der Chacayes, den er auf seiner argentinischen Bodega Piedro Negra vinifiziert. Längst hallt sein Ruf in die alte Welt hinein.

Die Trauben dieser ausdrucksstarken Cuvée reifen im Valle de Uco in Mendoza, sie werden von Hand in kleine Kisten gelesen und im Keller nochmals händisch selektiert. Nach einer dreitägigen Kaltmazeration beginnt die alkoholische Gärung in kleinen Behältern mit regelmässiger Überflutung. Der biologische Säureabbau findet bereits im kleinen Holzfass statt, wo der Wein 3 Monate auf Feinhefe reift.

Die Komplexität der erdverbundenen Aromen verstärkt Lurton durch eine weitere 18-monatige Reifung im Barrique. All dies zeigt sehr prägnant die Denkweise von François Lurton: Einfache Wege mag er nicht beschreiten. Er ist auf der Suche nach Perfektion – und diese kreiert er selbst, sei es noch so aufwendig.

Ein zweites Standbein in Südamerika

Neben der Bodega Piedro Negra in Argentinien, deren aussergewöhnliches Terroir beste Voraussetzungen für herkunftstypische Weine bietet, besitzt der französische Weinflüsterer auch die Hacienda Araucano in Chile.

Diese profitiert ebenfalls von einem einzigartigen Mikroklima: Nur 40 Kilometer von der chilenischen Küste entfernt, bedienen sich die Reben hier sowohl der Frische der Meeresnähe als auch den hohen Temperaturen des Colchagua Tales, was enorme Temperaturschwankungen und sehr viel Wind bedeutet.

Dies gepaart mit einem sehr kargen Kieselboden, der aus Kalk und Schiefer besteht, der von Beginn an biologisch und biodynamisch bewirtschaftet wurde, führt dazu, dass die Weinberge ihre unglaublich komplexe Einzigartigkeit ausspielen können.

Europa trifft auf Lurton

In den Kellern des Weinguts Campo Eliseo
In den Kellern des Weinguts Campo Eliseo

Doch nicht nur in Südamerika lebt und verwirklicht François Lurton seine vinophilen Visionen. Gemeinsam mit den bekannten Önologen Michel und Danny Rolland gründete er bereits Anfang des neuen Jahrhunderts das Weingut Campo Eliseo im spanischen Toro.

Nun dehnt das Erfolgstrio seine genussvolle Spurenlegung ins benachbarte Rueda – und damit auf die Vinifikation von Weisswein – aus. Im kleinen Dorf La Seca fand Lurton einen Gutshof aus dem 17. Jahrhundert, den er liebevoll restaurierte.

Das unterirdische Tunnelsystem in zehn Metern Tiefe bietet dabei beste und zugleich relativ konstante Temperaturverhältnisse für die Reifung und Lagerung von: Selbst im über 40 Grad heissen Hochsommer der Region bleibt es unten im geschützten Erdreich herrlich kühl.

Auch hier wird die sorgfältige Arbeit im Weingarten mit der Lesung der Trauben per Hand respektvoll beendet: Im Weingut werden die Trauben zunächst zwölf Stunden gekühlt, bevor sie weiterverarbeitet werden. Vom Pressen, das ebenerdig erfolgt, über das Fliessen des Saftes in die unteririschen Keller, bei dem keine Pumpen eingesetzt werden, bis hin zur Reifung im natürlichen Raumklima.

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Jeder einzelne Schritt steht für Anspruch, Einklang und das Ziel, die eigenständigen Charaktere der Weine herauszuarbeiten und zu Leben zu erwecken. Weine, die garantiert eines machen: Geschmackvolle Spuren auf den Gaumen von Geniessern hinterlassen.

Weitere Informationen unter: www.francoislurton.com

Über die Autorin

Alice Gundlach arbeitet seit 2005 als Journalistin, seit 2011 ist sie freie Autorin mit den Schwerpunkten Wein und Food. Davor schrieb sie schon als angestellte Redakteurin regelmässig über Weinthemen.

Sie ist spezialisiert auf die Weinregionen Deutschlands und Italiens.

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