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Flüssige Rendite – Wein als Kapitalanlage, Teil 3

Flüssige Rendite – Wein als Kapitalanlage, Teil 3
Copyright iStockphoto Wittelsbach Bernd

Es muss nicht immer Bordeaux oder Bourgogne sein. Auch einige andere Regionen können mit Weinen aufwarten, die eine ordentliche Rendite bringen.

Nachdem hochkarätige Weine aus den beiden B-Regionen in der Regel heute schon so teuer geworden sind, dass ein Kauf im Grunde eher für Weingeniesser oder Spekulanten als für eine solide Geldanlage empfohlen werden kann, lohnt es sich, nach Alternativen Ausschau zu halten.

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Zu den potenziellen Gewinnbringern aus der Toskana zählen vor allem weltweit klangvolle Namen wie Ornellaia Masseto IGT, Marchesi Antinori Solaia IGT und Tenuta San Guido Sassicaia Bolgheri. Ganz grosse Barolo- oder Amarone della Valpolicella-Erzeuger bieten ebenfalls schöne Aussichten, aber auch hier gilt es auf den Jahrgang zu achten. Bei eher mittelmässigen Jahren verringern sich die Gewinnchancen deutlich.

Weine aus anderen EU-Ländern

Prinzipiell lohnt sich immer auch ein Blick auf Spanien. Die Top-Weine von Vega Sicilia oder Pingus zählen meist zu den guten und relativ sicheren Anlagewerten. Ebenso der Kultwein L´Ermita von Álvaro Palacios. Doch sei ausdrücklich angemerkt, dass auch diese Weine keine Selbstläufer sind. So kostet aktuell etwa eine Flasche L´Ermita des Jahrgangs 2003 rund 400 Euro, obwohl der Wein noch gut 10 Jahre lagerfähig ist, der Jahrgang 2007 dagegen 550 Euro und der Jahrgang 2012 etwa 750 Euro.

Lohnen kann sich ausserdem die Investition in Portweine. Gerade altbekannte Namen wie Taylor, Fonseca, Churchill oder Quinta do Noval geniessen mit ihren Vintage-Ports einen grossen Ruf. Vor allem auf dem englischen Markt, der seit Jahrhunderten auf Portweine fixiert ist. Und da ein Vintage im Allgemeinen mindestens 100 Jahre Genusspotenzial aufweist, kann man die Flaschen auch den Nachkommen überlassen.

Teurer Adler

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Barrels in einem Weinkeller im Napa Valley

Am meisten würde sich wohl eine Investition in den Screaming Eagle aus dem Napa Valley lohnen. Dabei handelt es sich um einen Cabernet Sauvignon, der vom Weingut nur in einzelnen Flaschen zugeteilt wird.

Ein 1992er in der 6-Liter Flasche brachte im Jahr 2000 einen Erlös von 0,5 Mio. US-Dollar. Eine Standardflasche mit 0,75 Liter aus einem der aktuellen Jahrgänge ist bereits für etwa 1.600 Euro zu erwerben. Legt man diesen Wein nun für etwa 10 bis 20 Jahre in einen klimatisierten Weinkeller, kann man auf gute Gewinne hoffen.

Aber solche Investitionen bleiben immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Ist man auf den Verkauf zu einem bestimmten Zeitpunkt angewiesen, kann es sein, dass es gerade eine Flaute auf den Märkten gibt, da gerade die Konjunktur drastisch schwächelt, irgendeine Finanzkrise ausgebrochen ist oder sich die wohlhabenderen Mitmenschen momentan eher auf teure Uhren, Whiskys oder andere Produkte konzentrieren.

Generell lässt sich sagen, dass man Weine als Investition nur kaufen sollte, wenn die Jahrgänge hervorragend beziehungsweise überdurchschnittlich gut sind. Auch bieten Weine aus jüngeren Jahrgängen bessere Gewinnchancen.

Und das Schöne beim Spekulieren mit Weinen ist, dass Privatpersonen den Gewinn nicht versteuern müssen. Allerdings wirken sich Verluste auch nicht steuermindernd aus.

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Wo man die Weine am besten verkauft und wie man sie bis dahin aufbewahren sollte, darüber lesen Sie in Teil IV.

Über den Autor

Wolfgang Hubert ist seit über 20 Jahren als Weinjournalist, Verkoster und Autor tätig und war bis 2008 außerdem Chefredakteur des Magazins „getränke markt“. Seit Ende 2014 ist er Chefredakteur des Genussmagazins "selection".

Dazu schreibt oder schrieb er regelmässig diverse Beiträge unter anderem für WeinWisser, Vinum, Wein Gourmet, essen & trinken, sowie für renommierte Tages- und Wochenzeitungen.

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