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Diese Weinregionen Österreichs sollten Sie kennen

Diese Weinregionen Österreichs sollten Sie kennen
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Die Weinkultur in dem Alpenland ist geprägt von vielen klimatischen Einflüssen und regionaltypischen Sorten. Von hier stammen einige Weinpioniere von Weltruf.

Kremstal – Aufstieg des Grünen Veltliners

Die Weingeschichte der Stadt Krems ist ab dem frühen Mittelalter dokumentiert. Von ihr zeugen noch heute alte Lesehöfe in der Stadt. Seit 1875 existiert die renommierte Weinbauschule Krems, und auch die Jungwinzer-Szene ist hier umtriebig.

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Die typischen Rebsorten sind Grüner Veltliner, Riesling und Zweigelt. Im Kremser Stadtgebiet, z. B. in den Lagen Pfaffenberg oder Kreuzberg, herrschen Urgesteinsverwitterungsböden vor, die den Weinen Mineralik verleihen.

Auf Lössterrassen wie in Rohrendorf und Gedersdorf, bekommt vor allem der Veltliner einen besonders fülligen, runden Charakter. Der Ausbau von reinsortigen Weinen begann hier nach der Reblaus-Katastrophe im 19. Jahrhundert. Davor hatte hier der Gemischte Satz vorgeherrscht, den man heute in grösserem Stile nur noch in Wien findet.

Die berühmteste österreichische Weinkellerei hat ihren Sitz in Rohrendorf: Lenz Moser. Lorenz Moser III., genannt Lenz, erfand in den 1920er Jahren eine Methode der Reberziehung, die Missernten, z. B. aufgrund von Frostschäden oder Schädlingsbefall, entgegenwirkte. Dafür zog er die Rebstöcke höher und vergrösserte die Reihenabstände um das Dreifache als bis dahin üblich.

Dass der Grüne Veltliner dadurch die Winter besser überstand, trug massgeblich zur Verbreitung dieser Rebsorte in Österreich bei. Sein Sohn Laurenz Moser IV. war es dann, der die Möglichkeiten vom Zweigelt im Barrique-Ausbau erforschte und so der roten Sorte zu höherer Bedeutung im ganzen Land verhalf. Die Kellerei ist heute der grösste Weinproduzent des Landes mit rund 15 Mio. Flaschen Jahresproduktion.

Wachau – Klare Kategorien

Die Flusslandschaft Wachau in Österreich
Die Flusslandschaft Wachau in Österreich

Wer aus Österreich vor allem Riesling und Grüner Veltliner schätzt, wird auch im westlichsten Anbaugebiet des Landes glücklich. Diese beiden Rebsorten dominieren hier die Weinszene, und zwar in allen denkbaren Facetten.

Damit jeder schnell zu seinem Lieblings-Weinstil findet, hat der Gebietsschutzverein Vinea Wachau drei Kategorien eingeführt, in denen seine Mitglieder ihre Weine dieser beiden Rebsorten herausbringen.

Leicht, duftig und moderat im Alkohol (bis 11,5 %) präsentieren sich die Weine der Kategorie „Steinfeder“. Einen klassischen Genuss mit einem mittleren Körper versprechen die „Federspiele“. Für Freunde der kraftvollen Reserveweine mit Reifepotenzial gibt es den „Smaragd“. Alle drei werden nur trocken und ohne Holz ausgebaut.

Ein herausragendes Weingut der Region ist F.X. Pichler in Dürnstein. Franz Xaver Pichler hat ein Faible für Terrassenlagen, deren Rekultivierung er sich widmet. Sein Sohn Lucas ist seit 1999 für die Vinifizierung zuständig. Weinkritiker Robert Parker zählt das Weingut zu den 100 besten weltweit.

Ein Coup gelang Pichler 1998 mit der Einführung des Rieslings Unendlich, der von der Weinwelt als einmaliger Terroirwein mit „unendlicher“ Länge gefeiert wird. M wie „Monumental“ heissen seit 1991 die besten, tiefgründigsten Grüner Veltliner-Smaragde des Weingutes.

In der Wachau schlängelt sich die Donau in einem engen Tal, gesäumt von terrassierten Steillagen am Nordufer. Dass die Weine hier so unterschiedliche Stilistiken haben, liegt an den verschiedenen klimatischen Einflüssen und Bodenarten, die hier aufeinandertreffen und Mikroklimata hervorrufen. Zudem finden sich hier besonders hohe Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die sich auf das Aroma und die Säure der Weine auswirken.

Burgenland – Paradies für Rotweintrinker

Weinbau im Burgenland in Österreich
Weinbau im Burgenland in Österreich

Körperreiche, elegante, manchmal rassige Rotweine mit feiner Mineralik sind die Spezialität der Burgenländer. Die dominierende Sorte ist der Blaufränkisch, aber auch Zweigelt und St. Laurent gedeihen hier prächtig. Der Seewinkel im Südosten zählt zu den internationalen Süsswein-Hochburgen, denn eine hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt hier die Bildung von Edelfäule (Botrytis). Daher gedeihen hier grosse Beeren- und Trockenbeerenauslesen.

Das Burgenland weist ein besonderes Klima auf, denn es liegt am Rande der so genannten Pannonischen Tiefebene. Diese mitteleuropäische Zone hat zwar grundsätzlich ein gemässigtes, kontinentales Klima, wird aber einerseits von Hochgebirgen und andererseits von Mittelmeer und Schwarzem Meer beeinflusst. So ergeben sich heisse Sommer mit hoher Sonneneinstrahlung und kalte Winter, die Niederschläge sind über das ganze Jahr eher moderat.

Das bekannteste Weingut der Region ist Umathum in der Unterregion Neusiedlersee, das 1958 als Gemischtbetrieb startete und seit 1987 nur noch Wein produziert. Josef Umathum baut seinen Wein in Lagen an, die zu den besten der Region zählen: Hallebühl, Vom Stein, Haideboden und Kirschgarten – letztere wurde ab 2001 wieder aufgebaut in ist die einzige Terrassenlage des Burgenlandes.

Er war es auch, der die autochtone weisse Sorte Lindenblättriger wiederentdeckte, und auch seine Traminer werden hochgelobt. Trotzdem baut er weiterhin überwiegend Rotweine an, zu den Spitzenweinen Österreichs gehören z. B. sein Blaufränkisch Kirschgarten, der Zweigelt Hallebühl oder der St. Laurent vom Stein.

Neusiedlersee, Neusiedlersee-Hügelland, Mittelburgenland und Südburgenland – in diese Unterregionen fächert sich das Burgenland bisher auf. Damit ist laut des Österreichischen Weingesetzes bald Schluss – zumindest teilweise: Künftig sollen alle Qualitätsweine der Region nur noch Burgenland auf dem Etikett ausweisen.

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Nur die DAC-Weine dürfen noch die Bezeichnung des spezifischen Weinbaugebiets tragen. Zudem sollen die beiden Grosslagen „Pinkatal“ und „Geschriebenstein“ zu einer einzigen Grosslage mit dem Namen „Südburgenland“ zusammengefasst werden.

Über die Autorin

Alice Gundlach arbeitet seit 2005 als Journalistin, seit 2011 ist sie freie Autorin mit den Schwerpunkten Wein und Food. Davor schrieb sie schon als angestellte Redakteurin regelmässig über Weinthemen.

Sie ist spezialisiert auf die Weinregionen Deutschlands und Italiens.

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