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Diese französischen Regionen sollten Sie kennen

Diese französischen Regionen sollten Sie kennen
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Aus Frankreich kommen die gefragtesten Weine der Welt. Aber nicht nur die Crus der Châteaus prägen das Ansehen des Weinlandes – es gibt noch so vieles andere zu entdecken. Drei ausgewählte Regionen zeigen die Vielfalt.

Bordeaux – Die Wiege der Château-Weine

Das berühmteste und gefragteste Weinanbaugebiet der Welt heisst eigentlich Bordelais – abgeleitet von der Stadt Bordeaux. Es gliedert sich in mehr als 50 Appellationen auf. Zu den bekanntesten zählen z. B. Médoc, Pomerol, Paulliac, Saint-Émilion, Saint-Estèphe, Margaux oder Graves.

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Rote Weintrauben aus der Region Bordeaux
Rote Weintrauben aus der Region Bordeaux

Bordeaux-Weine sind typischerweise Cuvées mehrerer Parzellen und Rebsorten. Dies dient dazu, den spezifischen Charakter des Terroirs und den Weinstil des Châteaus hervorzuheben. Mindestens zwei und bis zu fünf Rebsorten mit variierender Zusammensetzung, je nach Jahrgang, gehen in einen Wein ein.

Insgesamt 13 Rebsorten sind in der Region zugelassen, die am meisten genutzten sind Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc, ebenfalls eine gewisse Bedeutung haben Petit Verdot und Malbec. Die Rebsorten werden auf dem Etikett nie genannt.

Das Bordelais ist neben dem Burgund eines der Anbaugebiete, das mit dem Château-Modell arbeitet. Zu den berühmtesten Erzeugern gehören z. B. die Châteaux Latour, Lafite, Mouton-Rothschild, Lynch-Bages, Pétrus, Cheval Blanc, Yquem, Haut-Brion oder Margaux.

Château-Weine sind solche, die nur aus dem Lesegut gutseigener Weinberge gemacht werden. Die höchste Klasse sind dabei so genannte Crus – Weine, die aus den besten Parzellen stammen. Besondere Bedeutung kommt dabei Weinen mit dem Prädikat „Grand Cru Classé“ bzw. in Médoc den „Cru Bourgeoises“ zu – sie sind vergleichbar mit den „Grossen Gewächsen“ in Deutschland und erzielen die höchsten Preise.

Etwas preisgünstiger, aber immer noch hoch im Kurs sind auch die Zweit- und ggf. Drittweine der grossen Châteaux. Diese Weine sind echte Geldanlagen – und werden auch so gehandelt.

Jungwinzer bringen neuen Schwung

Doch es gibt auch noch ein anderes Bordelais: Das der Jungwinzer, die ihre Weine auf moderne Weise präsentieren wollen, Wert auf umweltschonenden Anbau legen – und dabei trotzdem den Charakter der Weine aus der Region bewahren wollen. Viele von ihnen haben sich dafür zu Winzergruppen zusammengeschlossen wie Bordeaux Oxygène oder Arômes de Jeunesse St. Émilion.

„Man muss kein Spezialist sein, um Spass an Bordeaux-Weinen zu haben“, sagt Paul-Arthur Bardet, Winzer im Familienweingut Vignobles Bardet und Mitglied bei Arômes de Jeunesse. „Unser Ziel ist es, die Weine zugänglicher zu machen – was aber nicht heisst, dass wir sie abwerten wollen.“

Cotes-du-Rhône – Fruchtbetonte, würzige Rote

Grenache ist eine beliebte Rebsorte in der Appellation Cotes-du-Rhône
Grenache ist eine beliebte Rebsorte in der Appellation Cotes-du-Rhône

Von Lyon im Norden bis Avignon kurz vor dem Mittelmeer finden sich 16 regionale Appellationen an der Rhône. Hinter Montélimar südwärts beginnt dabei die Appellation Côtes-du-Rhône, zu der 95 Gemeinden gehören und die heute wie ein Gattungsbegriff verstanden wird.

Die dominierende Traube dieser Region ist Grenache, aus der fruchtbetonte, würzige Rotweine gewonnen werden. Diese können sowohl jung getrunken werden, aber auch sehr alterungsfähig sein. Philippe Cambie, der wohl berühmteste Önologe der Region, feiert die Rebsorte deshalb als den wichtigsten Trumpf des Rhône-Tals – neben dem Terroir der Region, das es in den Wein zu bringen gilt.

Dabei plädiert er für einen ökologischen Weinbau, der die Artenvielfalt im Weinberg fördert: „Der Weinberg ist eine Monokultur. Deshalb ist die Notwendigkeit, sich um die Gesundheit der Böden und die Umwelt zu kümmern, noch grösser. Der Bio-Weinbau scheint mir der geeignetste Weg, um dabei Erfolg zu haben.“

Grenache in Bestform

Die wohl berühmteste lokale Cru-Appellation des Rhône-Tals, innerhalb des Côtes-du-Rhône-Gebiets, ist ohne Zweifel die Gemeinde Châteauneuf-du-Pape. Der Grenache, sagt man, findet hier, auf besonders kargen Böden und bei streng reduzierten Erträgen, zu seiner Hochform. Insgesamt sind in der Region 13 Rebsorten zugelassen.

Einer der wenigen Erzeuger, der sie alle im Anbau hat, ist Châteaux de Beaucastel, der gleichzeitig auch eines der renommiertesten Weingüter der Region ist. Doch aufgepasst: Obwohl von exquisitem Ruf, so ist die Appellation jedoch auch dafür bekannt, dass die Qualität der Weine besonders stark von der Güte des Jahrgangs abhängt – in nicht so guten Jahren können sie zu gerbstofflastig und marmeladig werden.

Loire – Abwechslungsreiche Weiss- und Schaumweinkultur

Cabernet Franc ist als Rotweinsorte sehr dominant
Cabernet Franc ist als Rotweinsorte sehr dominant

Der längste Fluss Frankreichs ist wegen seiner 400 Schlösser ein Touristenmagnet. Eine Radtour am Ufer der Loire ist ein beliebter Zeitvertreib, dabei fragt sich aber so mancher: Wo sind denn hier eigentlich die Weinberge? Antwort: Sie befinden sich meist etwas vom Fluss entfernt an den Hängen und auf den Hochebenen oder in den Tälern der Nebenflüsse Cher, Loir und Vienne.

Die 79 Appellationen und Denominationen liegen zudem verstreut und manchmal weit voneinander entfernt. Die Loire vereint sie zu einer grossen Weinfamilie mit ganz unterschiedlichen Mitgliedern, angefangen von den Muscadet-Weissweinen im Westen der Region über die Sauvignon-Blanc-Gewächse der Touraine bis zu den trockenen, halbtrockenen, feinherben und edelsüssen Tropfen, die aus der Chenin-Blanc-Traube gekeltert werden – und nicht zu vergessen die Schaumweine, allen voran der Exportschlager Crémant de Loire.

Bei den Roten herrscht eine grössere Einheit: hier dominieren die Cabernet-Sorten, insbesondere der Cabernet Franc. Pays Nantais heisst der westlichste Teil der Region um Nantes. Hier herrscht maritimes Klima, denn der Atlantik ist nicht weit. Das heisst: milde Winter und warme Sommer, viel frischer Wind und ausreichende Niederschläge.

Die Winzer hier haben eine Tradition: Das beste Fass liessen sie länger im Keller liegen, um den Wein bei Familienfesten auf den Tisch zu holen. Der auf der Feinhefe verbliebene Wein erhält so mehr Finesse, eine spritzige Art und besser verwobene Aromen. Diese hochwertigen Muscadets tragen die Bezeichnung „sur lie“ auf dem Etikett.

Hochwertige Schaumweine mit langem Hefelager

Durch die gute Säurestruktur eignet sich der Chenin Blanc bestens zur Versektung. Im Crémant de Loire dürfen auch Chardonnay und andere Sorten enthalten sein. Aber im schäumenden Vouvray und Montlouis-sur-Loire lässt sich erkennen, dass Chenin Blanc auch ganz alleine hochwertige Produkte dieser Kategorie hervorbringt. Brut oder auch demi-sec ausgebaut, offenbaren sich neben einer rassigen, mineralischen Säure auch Noten von Zitrusfrüchten, weissen Blüten und Apfel.

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An der Loire werden die Schaumweine mit einer zweiten Gärung hergestellt. Dieses Verfahren brachten einst Kellermeister aus der Champagne mit, die sich an der Loire niederliessen. Für den Crémant de Loire sind ausserdem Handlese, die Pressung ganzer Trauben und ein 12-monatiges Hefelager Voraussetzung – die meisten liegen aber sogar zwei Jahre und länger auf der Hefe.

Über die Autorin

Alice Gundlach arbeitet seit 2005 als Journalistin, seit 2011 ist sie freie Autorin mit den Schwerpunkten Wein und Food. Davor schrieb sie schon als angestellte Redakteurin regelmässig über Weinthemen.

Sie ist spezialisiert auf die Weinregionen Deutschlands und Italiens.

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