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Die Mosel – die deutsche Hochburg des Rieslings

Die Mosel – die deutsche Hochburg des Rieslings
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Zwar ist die Mosel Deutschlands ältestes Weinanbaugebiet. Wer jedoch meint, es läge ein verstaubter Schleier über den steilen Lagen, der irrt gewaltig. Grosse Namen verbinden sich hier mit innovativen, jungen Weinanbaubetrieben. Eines ist gewiss: Die Menschen hinter den Weinen sind ebenso spannend wie ihre Reben.

Sie haben mal wieder Spuren hinterlassen. Genussvolle. Diese Römer. Denn sie waren es, die den Weinbau in grossem Stil an die Mosel brachten. Noch heute zeugen unzählige Funde – darunter zahlreiche Kelteranlagen aus römischer Zeit – von der grossen Tradition in der Herstellung von vergorenem Rebensaft.

Einmal mehr beweist die Wahl der Region auch den guten Geschmack und den Sinn für das Schöne, den die Römer hatten: Denn das magische Mosel-Flussbett, das von den steilen Lagen schützend umrahmt wird, ist schon allein ein wunderschöner Anblick, der immer wieder Besucher anzieht und begeistert. Deutschlands älteste Stadt mit acht UNESCO-Weltkulturerbestätten ist die Hauptstadt der Mosel-Region: Trier, einst Hauptstadt des römischen Reiches und Residenz von Kaiser Konstantin dem Grossen. Der berühmteste Sohn der Triers ist kein geringerer als Karl Marx.

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Steillagen so weit das Auge reicht

Heute sind die steil abfallenden Hänge am Mosel-Ufer weitestgehend mit Reben bestockt: Mehr als die Hälfte aller Mosel-Rebflächen befinden sich in „Schräglage“ und sind in Steil- und Terrassenlagen mit über 30 Grad Neigung. Mehr als 4.000 Winzer in über 100 Weinorten bewirtschaften heute über 9.000 Hektar Weinbergsfläche. Etwa 55 Millionen Rebstöcken thronen auf den Rebflächen entlang der 243 Kilometer langen deutschen Mosel zwischen Perl an der französischen Grenze und Koblenz, an der Saar zwischen Serrig und Konz sowie an der Ruwer zwischen Riveris und dem Trierer Stadtteil Ruwer.

Dabei trotzen die Winzer den oftmals schwierigen Bedingungen, denn nirgendwo auf der ganzen Welt gibt es mehr schwindelerregende Steillagenweinberge als in dem fünftgrössten Weinanbaugebietes Deutschlands.

Das Anbaugebiet Mosel teilt sich in sechs Unterregionen: Das Gebiet Burg Cochem an der unteren Mosel ist heutzutage meist als Terrassenmosel bekannt. Schliesslich ist hier Weinbau oft nur auf Weinbergs-Terrassen möglich. Das Markenzeichen dieser Region ist der Bremmer Calmont – Europas steilster Weinberg. Der Bereich Bernkastel-Kues wird als Mittelmosel bezeichnet. Er ist das Herzstück des Anbaugebietes, mit vielen bekannten Weinbaugemeinden und berühmten Weinbergslagen. Südlich von Trier beginnt die Obermosel. Der Abschnitt Moseltor – ein Teil der Obermosel – gehört zum Saarland. Auch hier, am Flussbett der Saar, wird Weinbau betrieben. Das Ruwertal, die kleineste Teilregion, komplementiert das Weinanbaugebiet Mosel.

Weltberühmter Riesling

Für eine Rebsorte ist diese klassische Weinregion weltberühmt: den Riesling, der hier auf über 60 Prozent der gesamten Rebfläche Raum einnimmt. Auf den steilen Schieferböden findet die spät reifende, edle Weissweinrebe hervorragende Wachstumsbedingungen.

Dank den geschützten Tallagen zählt die Mosel-Region zu den wärmsten Klimazonen Deutschlands. Die bestockten Hänge über den Flüssen speichern am Tag die kraftvolle Sonnenwärme und geben sie nachts wieder ab. Dabei dringen die Wurzeln der Reben metertief in den Boden ein, um sich mit Wasser und Mineralien zu versorgen. Die Natur bereitet den Winzern so eine optimale Grundlage: Aus den handgelesenen Trauben (anders ist die Ernte bei der schrägen Hanglage kaum möglich) keltern sie einzigartig feine, fruchtige Weine erzeugen. Weine mit enormer geschmacklicher Tiefe bei relativ niedrigem Alkoholgehalt.

Neben den trocken ausgebauten Rieslingen (meist in den Kategorien Kabinett, Spätlese und feinherb – früher halbtrocken) spielen die edelsüssen Moselweine eine prägnante Rolle. Vor allem Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein sollte man probiert haben – und dabei verzückt aufseufzen. Schliesslich werden diese Liebhabertropfen nicht nur vielfach prämiert, sondern auf Auktionen oft für unglaubliche hohe Summen gehandelt.

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Neben dem „allmächtigen“ Riesling bestehen die Rebsorten Müller-Thurgau (auch als Rivaner bekannt), Weissburgunder, Chardonnay, Dornfelder und Spätburgunder. Eine regionale Spezialität ist die Rebsorte Elbling, der an der Obermosel seit über 2.000 Jahren angebaut wird. Aus ihm werden fruchtige und unkomplizierte trockene Weine gekeltert, die gut zu den regionalen Köstlichkeiten passen. Diese geniesst man am besten richtig authentisch: in den idyllischen Straussenwirtschaften entlang der Weinstrassen.

Denn bei einem guten Glas Wein mit Blick auf das bezaubernde Moseltal versteht man sie – die Römer, die schon damals wussten, was heute noch gut ist!

Über die Autorin

Es gibt sie ganz selten. Doch Anja Hanke hat das grosse Glück zu ihnen zu gehören: Den Menschen, die ihr Hobby zum Beruf machen konnten.

Sie liebt gutes Essen, handgefertigte Weine, erlesene Produkte und diese Verbindung an den verschiedensten Orten dieser Welt einzufangen – und für ihre Leser genussvoll aufzubereiten.

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