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Die Korken knallen lassen – Champagner zu Silvester

Die Korken knallen lassen – Champagner zu Silvester
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Welcher Tag im Jahr bietet sich besser an, einen besonderen Champagner zu geniessen, als Silvester? Es wird angestossen auf die Erfolge des vergangenen Jahres – und manchmal wird auch die Freude darüber begossen, dass es vorbei ist, und auf dass es im neuen Jahr besser werde. „Nach einem Sieg verdienst du ihn, nach einer Niederlage brauchst du ihn,“ soll schon Napoleon gesagt haben.

Champagner gilt nach wie vor als der Inbegriff des edlen Schaumweins. Nach strengen Regeln wird er produziert: Zum Beispiel darf er nur aus den Rebsorten Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay erzeugt werden. Am wichtigsten ist natürlich der Reife-Prozess: die zweite Gärung, in der die Kohlensäure entsteht, geschieht in der Flasche. Kopfüber im Rüttelbrett, wo er regelmässig bewegt wird, reift er auf der Hefe mindestens 15 Monate, manchmal sogar Jahre. Trotzdem ist es das Markenzeichen eines guten Champagners, auch im hohen Alten Frische auszustrahlen.

Mit oder ohne Jahrgang?

Champagner ist traditionsgemäss eine Cuvée – nicht nur verschiedener Rebsorten, sondern auch verschiedener Jahrgänge. Jedes Jahr wird ein Teil der Produktion für zukünftige Kompositionen zurückbehalten – so kann der Kellermeister den Geschmack und den Stil seines Champagner über die Jahre beibehalten. Daher spiegelt ein Champagne ohne Jahrgang den Stil einer Marke oder eines Hauses am zuverlässigsten wider.

Aus besonders guten Jahrgängen kreieren die Erzeuger Jahrgangs-Champagner, die Millésimes. Dieser Wein ist besonders vom Charakter eines bestimmten Erntejahres geprägt.

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Der Weltruhm des Champagners und seine besondere Produktion wurde in diesem Jahr sogar von der Unesco anerkannt: Teile der Anbauregion Champagne dürfen sich nun Welterbe-Stätten nennen. Der erste Teil sind die historischen Weinberge von Hautvilliers, Aÿ und Mareuil-sur-Aÿ. Der zweite Teil ist die Anhöhe Saint-Nicaise in Reims, die von den Kellern traditionsreicher Hersteller durchzogen ist. Der dritte Teil sind die Avenue de Champagne und Fort Chabrol in Epernay, dem Zentrum des Champagner-Handels.

Kühl geniessen – aber nicht eiskalt

Champagner sollte auf die richtige Trinktemperatur gebracht werden
Champagner sollte auf die richtige Trinktemperatur gebracht werden

Und so geniesst man Champagner richtig: Vor dem Servieren sollte er mindestens drei Stunden in den Kühlschrank – niemals ins Eisfach! Stilecht kann er auch in einer Schale mit Eis und Wasser gekühlt werden, das dauert etwa 20 Minuten.

Wichtig ist: er sollte nicht eiskalt getrunken werden. Bei zu starker Kühlung wird die Wahrnehmung der komplexen Aromen und Geschmacksnoten gestört.

Je jünger Champagner ist, desto kühler sollte er serviert werden, am besten bei 8 °C. Reifer Champagner oder Millésime entfaltet seinen Geschmack am besten bei etwa 10 °C. Der Korken wird korrekt entfernt, indem man ihn festhält und vorsichtig die Flasche dreht – nicht umgekehrt.

Wobei diese Massgabe gerade an Silvester, wenn man schliesslich die „Korken knallen lassen“ will, vielleicht nicht immer eingehalten werden muss. Getrunken wird er am besten aus einem tulpenförmigen Glas – in ihm kann der Champagner besser moussieren als in einem schmalen Sektglas.

Und wenn nach Silvester dann doch noch die eine oder andere verschlossene Flasche übrig bleiben sollte: ab in den dunklen, kühlen Keller damit – wird er bei Lichteinfluss gelagert, hat dies einen unangenehmen Effekt auf seinen Geschmack.

Kleines Champagner-Lexikon – das bedeuten die Angaben

Tradition: Standardqualität
Cuvée: nur aus Weinen der ersten Pressung hergestellt
Réserve: mit älteren Jahrgängen derselben Lage vermischt, in der Regel gehobene Qualitätsstufe
Cuvée Prestige / Cuvée Spéciale: Diese Champagner sollen die typische Note des Herstellers am besten herausstellen – nur in kleinen Mengen hergestellt, meist sehr hochpreisig
Millésime: aus Trauben, die nur aus einem (besonders guten) Jahrgang stammen
Grand Cru / Premier Cru: Die Trauben stammen nur aus einer einzelnen Gemeinde, die entsprechend klassifiziert ist

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Blanc de blancs: ausschliesslich aus weissen Trauben, also Chardonnay
Blanc de noirs: ausschliesslich aus roten Trauben (Pinot Noir und/oder Pinot Meunier)
Rosé: entsteht entweder durch Beimischen von etwas Rotwein zum Grundwein oder – seltener – durch Gären des Mostes auf den Schalen der dunklen Trauben

Über die Autorin

Alice Gundlach arbeitet seit 2005 als Journalistin, seit 2011 ist sie freie Autorin mit den Schwerpunkten Wein und Food. Davor schrieb sie schon als angestellte Redakteurin regelmässig über Weinthemen.

Sie ist spezialisiert auf die Weinregionen Deutschlands und Italiens.

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