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Castello Banfi – Nicht nur ein Brunello-Stargut

Castello Banfi – Nicht nur ein Brunello-Stargut
Copyright Lucio Gelsi

Die Weine des renommierten toskanischen Betriebes sind in vielen Restaurants rund um den Erdball anzutreffen. Das Resultat eines stimmigen Weinkonzeptes und einer guten Portion Weitsicht.

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Spricht man über Banfi, spricht man auch über Brunello. Denn hinter dem weltweiten Siegeszug des Brunello di Montalcino steht ein Name, besser gesagt zwei Namen: Banfi und Mariani. Klingt beides italienisch. Die Vornamen der beiden Gründer John und Harry Mariani dagegen nicht.

Kein Wunder, die beiden Brüder stammen aus New York, ihre Grosseltern aber aus Italien. Ein Bezug zur Heimat ihrer Vorfahren war aber schon vor der Gründung 1978 vorhanden. John und Harry waren zuvor durch den Import von Lambrusco zu erheblichem Wohlstand gekommen.

Doch Weinimport alleine befriedigte sie nicht mehr. Daher erwarben sie rund 3.000 Hektare Land in der Toskana. In enger Kooperation mit dem bekannten, inzwischen in den Ruhestand gewechselten Önologen Dr. Ezio Rivella wählten die Brüder die am besten geeigneten Flächen aus und bepflanzten sie überwiegend mit Sangiovese und Cabernet Sauvignon. Wenig später kamen noch Anlagen mit Syrah sowie Chardonnay und Sauvignon Blanc hinzu.

Der Durchbruch

Barriques
Barriques

Bereits ein Jahr nach der Gründung von Castello Banfi übernahmen die Brüder die historische Kellerei Bruzzone im Piemont mit knapp 50 Hektare Rebflächen und produzieren dort seitdem unter dem Namen Banfi Piemont Spumanti in verschiedenen Qualitäten. Später erwarben John und Harry noch Weinberge in anderen Anbaugebieten, zum Beispiel im Chianti Classico und in der Gegend von Bolgheri.

Bekannt wurden die Marianis zuerst mit dem Brunello, der sich von Anfang an in den USA und später weltweit einen starken Markt sichern konnte. Danach eroberten auch Topweine wie der Colvecchio Syrah, der Excelsus, ein limitierter Rotwein aus Cabernet Sauvignon und Merlot oder der SummuS aus Sangiovese, Cabernet Sauvignon und Syrah die internationalen Märkte. Doch das Aushängeschild ist nach wie vor der Brunello, vor allem der beeindruckend mächtige und komplexe Brunello di Montalcino Poggio alle Mura.

Erfreulicherweise bieten aber auch die Basisweine des Hauses eine gute Portion Trinkvergnügen, vom Fumaio, eine Cuvée aus Chardonnay und Sauvignon Blanc, über den Centine Rosé bis hin zum Col di Sasso aus Cabernet Sauvignon und Sangiovese.

Suche nach Vollkommenheit

Cristina Mariani - jetzige Geschäftsführerin
Cristina Mariani – jetzige Geschäftsführerin

Geführt wird heute das Weingut von Cristina Mariani-May und ihrem Cousin James Mariani, der für Verkauf und Marketing verantwortlich ist. Für die Qualität der Weine sind hauptsächlich der Schweizer Önologe Rudy Buratty und der Agronom Maurizio Marmugi verantwortlich.

Cristina Mariani-May stieg nach ihrem Studium an der Georgetown University und der Columbia University School of Business Anfang der 1990er Jahre in das Unternehmen ein und koordinierte zuerst die Aktivitäten von Banfi in den USA. Mittlerweile ist sie die Seele und zugleich der starke Motor von Banfi und, nach eigenen Aussagen, stets auf „der Suche nach Vollkommenheit“ im Weinan- und -ausbau.

Dazu zählen unter anderem die Zertifizierungen für ethische, soziale und umweltbezogene Verantwortung (ISO 14001 und SA 8000), die Banfi als erste Weinkellerei der Welt erhielt. Auch die Zucht neuer Sangiovese-Klone hat dem Betrieb viel Anerkennung gebracht, ebenso wie die überwiegende Bewässerung der Weinberge durch künstlich angelegte Seen. Darüber hinaus ist das Team um Cristina kontinuierlich auf der Suche nach neuen Methoden der Weinbereitung, um etwa den Einsatz von Schwefel zu minimieren. So werden die Weine unter Schutzatmosphäre verkorkt, was eine Reduzierung des Schwefelzusatzes zur Folge hat.

Heute ist Banfi mit rund 850 Hektare Rebflächen eines der grössten Weingüter der Toskana und eines der weltweit bekanntesten dazu. Am Hauptsitz in Sant’Angelo Scali unweit des Städtchens Montalcino gibt es ausserdem ein Restaurant mit regionaler Küche und ein gehobenes Hotel, Castello Banfi – Il Borgo. Dessen Zimmer wurden von dem bekannten italienischen Innenarchitekten Federico Forquet mit Holzbalkendecken und Möbeln im toskanischen Stil eingerichtet.

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Von den Zimmern und dem Aussenpool geniesst man einen herrlichen Blick auf das Tal Valle dell’Ombrone und die Brunello-Weinberge. Und wer sich nicht nur in wein-kulinarischer Hinsicht verwöhnen lassen will, kann auch die Vinotherapie mit Produkten der hier angebauten Trauben geniessen.

Über den Autor

Wolfgang Hubert ist seit über 20 Jahren als Weinjournalist, Verkoster und Autor tätig und war bis 2008 außerdem Chefredakteur des Magazins „getränke markt“. Seit Ende 2014 ist er Chefredakteur des Genussmagazins "selection".

Dazu schreibt oder schrieb er regelmässig diverse Beiträge unter anderem für WeinWisser, Vinum, Wein Gourmet, essen & trinken, sowie für renommierte Tages- und Wochenzeitungen.

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