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Beste Winzergenossenschaften

Beste Winzergenossenschaften
Copyright Vier Jahreszeiten Winzer eG

Die Qualitätsbreite und -dichte der deutschen Genossenschaften hat sich in den letzten Jahren immer stärker verbessert. Das konnten wir schon in den verschiedenen Verkostungen gerade in den letzten drei Jahren feststellen.

Das freut auch unseren Chefredakteur, der seit Jahren diese Entwicklung und die manchmal heiß geführten Diskussionen zwischen zielstrebigen Vorständen und einigen eher traditionell denkenden Genossenschaftsmitgliedern über die Frage, ob mehr Qualität oder mehr Quantität sinnvoll sei, verfolgt.

Nun, die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass sich mittlerweile bemerkenswert viele Weine von Genossenschaften nicht mehr vor der privaten Konkurrenz zu verstecken brauchen. Weiter so.

Herr Brahner, im Vorjahr wurden die Vier Jahreszeiten Winzer eG bereits zur „Besten Winzergenossenschaft des Jahres“ gewählt, nun haben Sie Ihren Titel gegen sehr starke Konkurrenz verteidigt. Was sind sozusagen die Geheimnisse Ihres Erfolgs?

Walter Brahner, Geschäftsführender Vorstand: Ich betrachte die Vier Jahreszeiten wie mein eigenes Weingut und führe die WG zusammen mit meinen Mitarbeitern und Winzern auch entsprechend. Dahinter steckt sehr viel Engagement und Herzblut. Unsere Mitglieder sehen das und arbeiten entsprechend auch in ihren Weinbergen, um das beste Traubenmaterial zu liefern.

Drei Fragen an Winzergenossenschaften:

1. Wie groß ist derzeit Ihre Rebfläche und wie viele unterschiedliche Weine produzieren Sie im Jahr?
2. Was zeichnet denn die Jahrgänge 2015 und 2016 in Ihrem Betrieb aus?
3. Mit welchem Wein werden Sie auf diese Auszeichnung anstoßen und weshalb gerade mit diesem?

Walter Brahner, Geschäftsführender Vorstand der Vier Jahreszeiten Winzer eG:

1. Wir bewirtschaften zurzeit rund 480 Hektar und produzieren aus dieser Fläche circa 150 verschiedene Weine.
2. Beide Jahrgänge waren geprägt durch sehr gesundes Lesegut und einer langen Traubenreife am Stock.
3. Wir werden mit einer Ungsteiner Honigsäckel Scheurebe Trockenbeerenauslese anstoßen, da wir aus diesem Weinberg schon seit Jahren immer wieder eine Trockenbeerenauslese ernten, die zu den besten edelsüßen Weinen der Welt zählt.

Frank Dietrich, Geschäftsführer und Vorsitzender des Vorstands der Winzer Sommerach:
1. Aktuell bewirtschaften unsere 90 Winzerfamilien 195 ha und wir füllen etwa 80 verschiedene Weine ab.
2. Der Jahrgang 2015 war in unserer Region von einem extrem trockenen und heißen Sommer geprägt und brachte sehr füllige körperreiche Weine hervor. Unser Augenmerk während der Lese lag in erster Linie darauf in den Zuckergradationen nicht über das Ziel hinaus zu schießen und die Lebendigkeit und Trinkfreude der Weine zu erhalten.
In 2016 konnten insbesondere die spätreifenden Rebsorten von einem schönen Altweibersommer profitieren. Wir lesen grundsätzlich kerngesund und tendenziell für Frische in den Weinen etwas früher und konnten in den Herbsttagen 2016 trotzdem ein Maximum an Aromatik in den Trauben generieren.
3. Wir stoßen natürlich mit dem Siegerwein Gewürztraminer Katzenkopf trocken an, der Gewürztraminer und Sommerach, das ist unsere heimliche Leidenschaft.

Thilo Heuft, Geschäftsführer der Weingärtner Stromberg-Zabergäu:

1. Die derzeitige Rebfläche beträgt circa 760 ha und es werden jährlich circa 150 verschiedene Weine produziert.
2. Der Jahrgang 2015 war ein Traumjahrgang für alle Kellermeister. Es gab vollreife und kerngesunde Trauben bei allen Sorten und in allen Qualitätsstufen. Mit 350.000 Litern war der Anteil an Premiumweinen besonders hoch, insbesondere beim Lemberger. 2016 gab es endlich wieder einen Vollherbst. Die Menge war sehr gut und die Qualität gut. Auch in diesem Jahr haben sich die Mühen und Anstrengungen der Winzer bei der Erzeugung von Premiumweinen gelohnt. Ohne Maßnahmen wie Ertragsreduzierung, Traubenhalbierung, Entblätterung oder selektive Handlese wäre die Erzeugung von Spitzenqualitäten nicht machbar. Insgesamt konnte in diesen Segmenten rund 250.000 Liter Wein mit hervorragenden Qualitäten eingelagert werden.
3. Wir werden mit dem Sauvignon Blanc Nobilis anstoßen, da dieser außergewöhnliche Weißwein durch seine angenehme Frucht, begleitet von der leichten Holznote, ein idealer Begleiter für einen herbstlichen Abend ist. Außerdem zählt er zu meinen ganz persönlichen Favoriten.

Markus Ell, Geschäftsführender Vorstand der Oberkircher Winzer:

1. Unsere derzeitige Rebfläche beträgt 485 Hektar und wir haben rund 120 verschiedene Weine.
2. Der 2015er war gerade im Bereich der Rotweine einer der allerbesten Jahrgänge unseres Hauses. Die Weine haben ein enormes Potenzial, sind sehr komplex, aber meist bereits schon gut trinkbar. 2016 ist vor allem das Jahr der Weißweine. Sie bieten sehr gute Qualitäten und zeigen sich sehr fruchtig und harmonisch. Die Rotweine, zum Teil liegen sie noch in Fässern, werden zwar nicht ganz an die herausragenden 2015er herankommen, bieten aber dennoch ein starkes Niveau.
3. Wir haben mit einem Riesling Sekt Brut angestoßen.

Matthias Baltes, Vorstandsvorsitzender der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr:

1. Unsere Rebfläche liegt aktuell bei 150 Hektar, 75 Prozent Rotwein, 25 Prozent Weißwein. Wir produzieren jedes Jahr circa 50 verschiedene Weine und Sekte.
2. Bezüglich der Jahrgänge: Beide Jahre waren für uns sehr gute Jahre. 2015 mit etwas weniger Quantität in der Spitze, dafür sehr ausgereifte Top-Qualitäten. 2016 brachte von allem etwas und war ein ganz tolles Jahr, besonders die Traubenqualität war große Klasse. Charakterisierungen für Jahrgänge halte ich für schwierig, da die Philosophien jedes Betriebes und die Vorgehensweisen die Charakteristika stark mit beeinflussen.
3. Anstoßen werden wir mit der Edition Ponsart Spätburgunder trocken weil dieser Wein das Synonym bei uns für den Umschwung von Masse auf Klasse ist. Ohne die konsequente Weiterentwicklung unserer Qualitätsstrategien in den letzten 20 Jahren wären Erfolge wie dieser nicht möglich. Außerdem ist der „Ponsart“ ein absolut klassischer Vertreter unseres Terroirs und unser aller Heimat. Deswegen lieben wir ihn.

Harald Eller, Kellermeister der Winzergenossenschaft eG Albig:

1. Unsere derzeitige Fläche beträgt 42 Hektar. Wir haben derzeit 48 Produkte, vom Wein über Saft hin zum edlen Sekt auf unserer Preisliste. Der Schwerpunkt liegt hier bei den Weißen mit einem Anteil von circa 75 Prozent.
2. Unsere Weine der Jahrgänge 15 und 16 zeichnen sich besonders durch ihre enorme Frucht aus. Aber gleichzeitig achten wir auf eine gute Balance aller Geschmackskomponenten wie Süße, Säure und Alkohol. Unsere Weine sind sehr ausgeglichen und ohne Ecken und Kanten. Wir möchten, dass unsere Kunden beim Weintrinken gerne auch zum zweiten oder dritten Glas greifen.
3. Mit welchem Wein wir auf diesen Erfolg anstoßen? Das ist eine gute Frage. Also sicherlich wird es mehr wie ein Glas werden, aber dann nur das Beste. Dies dürfte im Moment unser einzigartiger Schönburger Eiswein sein. So etwas gibt es nicht jedes Jahr.

Kathleen Romberg, Kellermeisterin der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut:

1. Wir haben rund 390 Hektar Rebfläche und bieten rund 110 verschiedene Produkte für die Schienen Fachhandel/Gastronomie und Lebensmitteleinzelhandel.
2. Die 2015er und 2016er Jahrgänge haben tolle Weine im Basissegment aber auch viele Spezialitäten im Prädikatswein-Bereich hervorgebracht. Es sind besonders ausgeprägte Weine in Frucht und Körper entstanden. Weine, die Spaß machen.
3. Wir begießen diese besondere Auszeichnung mit einer besonderen Sektspezialität unseres Hauses, dem 2015er Kerner Winzersekt. Mit seiner spritzigen Art und dem feinfruchtigen Geschmack ist er ein edler Aperitif zu festlichen Anlässen.

Otto Guthier, Geschäftsführer der Bergsträßer Winzer:

1. Die aktuelle Rebfläche beträgt 265 Hektar und wir erzeugen 80 bis 90 verschiedene Weinen der Hessischen und Badischen Bergstrasse.
2. Der Jahrgang 2015 brachte hervorragende Qualitäten, vor allem auch im Rotweinbereich. Mit 65 Hektoliter pro Hektar lag der Ertrag 10 Prozent unter einer Normalernte. Der Jahrgang 2016 lieferte kerngesunde Trauben und ergab sehr gute Weißweine, vor allem beim Riesling und den Burgundersorten. Der Ertrag entsprach einer Normalernte.
3. Anstoßen werden wir mit einem 2016er Weißer Burgunder Kabinett trocken.

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