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Barón de Ley – Durchweg spannende Konzepte

Barón de Ley – Durchweg spannende Konzepte
Copyright Barón de Ley

Das Rioja-Weingut zählt zu den bekanntesten Betrieben aus der Region. Die Spezialitäten des international mehrfach prämierten Hauses sind vor allem Rebsortenweine.

Das ambitionierte Projekt startete 1985, als sich vier angesehene Rioja-Spezialisten zusammenschlossen, um einen neuen Rioja-Stil zu kreieren. Weg von den manchmal bereits ausgezehrten Weinen mit zu langer Fass- und Flaschenreife, hin zu mehr fruchtigen und auch früher trinkbaren Weinen.

Das honorierte auch die internationale Weinwelt. In den Jahren 2004 und 2007 wurde der Betrieb im Rahmen der IWSC trophy zum „Spanish Wine Producer of the Year“ gewählt. Keine schlechte Wahl der Juroren der International Wines & Spirit Competition mit Sitz in Grossbritannien.

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Auch wenn das Weingut im europäischen Vergleich noch ziemlich jung ist, von aussen sieht man das auf den ersten Blick nicht unbedingt. Es befindet sich nämlich zum Teil in einem ehemaligen Benediktinerkloster aus dem 16. Jahrhundert, zum Teil in einem anderen, neuen Gebäude, das unter Verwendung von Pinienholz sowie handgefertigten Ziegeln und Backsteinen direkt neben dem alten Kloster errichtet wurde.

Ideale Voraussetzungen

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Endlose Weingärten des Guts Barón de Ley

Doch zurück zu den Anfängen. Die Neu-Winzer wählten diese Lage aus einem sehr guten Grund aus. Das Kloster liegt an den Ufern des Flusses Ebro und hatte ausreichende Flächen für die Anlage eigener Weinberge, was in Rioja eher die Ausnahme ist. Die Bedingungen waren ideal. Viel Sonnenschein, wenig Niederschläge, eine gute Wasserversorgung durch den Fluss und eine steinige Erde mit tiefen Tonschichten waren und sind die Garanten für extraktreiche Weine mit vielfältigen Aromen.

Zunächst wurden auf 90 ha Reben angepflanzt, in erster Linie Tempranillo, und im Laufe der Zeit kauften die Besitzer weitere Weinberge hinzu. Dort stehen auf derzeit rund 450 ha nun auch Garnacha, Graciano und die sehr alte autochthone Sorte Maturana Tinta, die beinahe aus den Weinbergen Riojas verschwunden wäre. Heute weiss man, dass das ein grosser Verlust gewesen wäre, denn die Sorte liefert kräftige und säureintensive Weine mit üppiger Tanninstruktur und duftet vor allem nach roten Beeren und Pfeffer.

Auch Cabernet Sauvignon ist seit Jahren Bestandteil des Rebsortenspiegels von Barón de Ley und damit war der Betrieb einer der ersten, die Cabernet in Rioja anbauen durften. „Durch die Beigabe von etwa 15 Prozent Cabernet Sauvignon in unseren Wein Finca Monasterio konnten wir beweisen, dass die Sorte eine ideale Ergänzung zum Tempranillo ist. Der Wein bekommt dadurch zusätzliche Extrakte, Farbe und Tanninpotential“, berichtet Victor Fuentes, der International General Manager von Barón de Ley.

Von 0 auf 80 Prozent

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Der Klostergarten des weitläufigen Anwesens

1990 kamen die ersten Weine des Betriebes in den Verkauf und waren auf Anhieb wegen ihrer fruchtig-frischen Art zuerst im Ausland gefragt. In den kommenden Jahren stieg auch die inländische Nachfrage deutlich an, nicht zuletzt da die Weine den Ruf genossen, ein sehr gutes Preis-Geschmacks-Verhältnis aufzuweisen.

Der endgültige Durchbruch auf nationalem wie internationalem Bankett kam dann ab dem Jahr 2000, als der renommierte Weinspezialist Gonzalo Rodriguez Chief Winemaker des Hauses wurde. Er entwickelte neue Weine, orientierte sich an der ökologischen Bewirtschaftung der Rebflächen und setzte zudem auf den Ausbau in stets neuen Barriques, was den Barón de Ley-Weinen endgültig den Ruf einbrachte, moderne Gewächse im internationalen Stil zu sein, die sich deutlich von den bis dahin üblichen Rioja-Weine unterschieden. Wer heute den Betrieb besucht, wird daher im Keller die stattliche Anzahl von 13.500 amerikanischen und 1.500 französischen Eichenholzfässer vorfinden.

Zwar war Gonzalo nicht der erste Rioja-Winzer, der diesen modernen Stil favorisierte und durchsetzte, bereits die Gründer, sowie einige andere Top-Winzer der Region verfolgten mehr oder weniger dieses Konzept. Aber durch sein Händchen für diesen Weinausbau, gepaart mit grosser Experimentierfreude und der moderaten Preispolitik erwarb sich Barón de Ley den Ruf eines Spanischen Spitzenerzeugers mit breiter Präsenz auf dem internationalen Parkett.

2012 gelang es dem Betrieb erstmals, 80 Prozent seiner Weine zu exportieren. Anbetrachts der damals schwierigen Absatzsituation in Spanien ein grosser Wurf. Während selbst viele Top-Erzeuger Absatzprobleme hatten, segelte das Team um Gonzales in ruhigen Gewässern auf gut gefüllten Kassen.

Mittlerweile bietet das Haus, seit ein paar Jahren ein Aktienunternehmen, eine ansehnliche Palette von preiswerten Terrassenweinen in allen Farben, charaktervolle Rebsortenweine aus Tempranillo, Maturana, Graciano und Garnacha bis hin zu den Top-Weinen Finca Monasterio und Gran Reserva. Ausserdem zählen noch weitere Betriebe zum Reich von Barón de Ley, darunter die Weingüter El Coto de Rioja S.A., El Meson S.L. und Bodegas Maximo S.L. sowie der Ibérico-Schinkenspezialist Dehesa Baron de Ley S.L.

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Aber überlassen wir nun das letzte Wort Gonzalo Rodriguez selbst: „Einer der Gründe, warum es so spannend ist, Winemaker zu sein, ist sicherlich, weil jeder Jahrgang anders ist und seine ganz eigene Geschichte schreibt. Eine, die man genau so vorher noch nicht erlebt hat.“

Über den Autor

Wolfgang Hubert ist seit über 20 Jahren als Weinjournalist, Verkoster und Autor tätig und war bis 2008 außerdem Chefredakteur des Magazins „getränke markt“. Seit Ende 2014 ist er Chefredakteur des Genussmagazins "selection".

Dazu schreibt oder schrieb er regelmässig diverse Beiträge unter anderem für WeinWisser, Vinum, Wein Gourmet, essen & trinken, sowie für renommierte Tages- und Wochenzeitungen.

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