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9 Trends und Entdeckungen von der Prowein

9 Trends und Entdeckungen von der Prowein
Copyright Alice Gundlach

Auf der weltgrössten Weinmesse gab es geballt die neuesten Produkte von Weinherstellern aus aller Welt zu sehen. Ein paar Anregungen haben wir hier zusammengestellt.

Die Prowein wächst: rund 6200 Aussteller aus 57 Ländern zeigten im März dem Fachpublikum Düsseldorf ihre aktuellen Sortimente und Neuheiten. Da kann man schnell den Überblick verlieren.

Eines ist klar: die Weinwelt wird vielfältiger, schon alleine, weil in immer mehr Ländern Weine hergestellt werden, die eine Verkostung wert sind – auch wenn die meisten Aussteller natürlich nach wie vor aus den grossen Weinnationen Italien, Frankreich, Deutschland und Spanien kamen. Ein paar Tipps, was derzeit angesagt ist – oder werden könnte – gibt es hier:

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Silvaner - chronisch unterschätzt
Silvaner – chronisch unterschätzt

Trend 1: Silvaner

Schon seit geraumer Zeit wird von Weinkennern wieder vermehrt auf die frischen Weine der deutschen Rebsorte verwiesen.

Besonders hervor tut sich die Region Franken mit hohen Qualitäten, aber auch in Rheinhessen und der Pfalz wird der Silvaner-Fan glücklich.

„Silvaner wird chronisch unterschätzt“, wurde bei der Präsentation des neuen Bocksbeutels am Franken-Stand auf der Messe festgestellt.

Darin waren sich Weinguide-Herausgeber Gerhard Eichelmann und Bernd Glauben, Präsident der Deutschen Sommelier-Union einig.

Nach dem Willen des Fränkischen Weinbauverbandes sollen in die neue Flasche, die ab Jahrgang 2016 eingesetzt wird, nur die besten Silvaner abgefüllt werden.

Trend 2: Rote Cuvées aus Deutschland

Dass Rebsorten-Reinheit an sich ein Qualitätsmerkmal darstellt, ist im Grunde ein Spleen der Deutschen und der Österreicher.

Viele grosse Rotweine aus anderen Weinländern sind von jeher Cuvées. Das haben vor allem viele Pfälzer Winzer beherzigt und stellen immer öfter Rotwein-Blends vor. Ein Beispiel ist die Cuvée A vom Weingut Anselmann (Edesheim) aus Cabernet Sauvignon, Syrah und Pinot Noir.

„Der Gedanke dabei war, die bekanntesten Rebsorten der grossen französischen Weinregionen Bordeaux, Burgund und Rhônetal zu verbinden“, erklärt Winzer Ralf Anselmann. „Sie kommt sehr gut an bei anspruchsvollen Kunden, die vorher bei Rotwein eher auf Internationales gesetzt haben.“

Trend 3: Weissweine aus Spanien: Rueda und Rias Baixas

Rueda - Die neue spanische Konkurrenz des Rioja
Rueda – Die neue spanische Konkurrenz des Rioja

Der Dauerbrenner unter den spanischen Regionen, das Rioja, bekommt ernsthafte Konkurrenz von den Weisswein-Spezialisten.

Während in Rueda der frische Verdejo angebaut wird, haben hochwertige Albariños aus Rìas Baixas in Spanien selbst schon Kultstatus.

Davon ist z.B. auch der Grossproduzent González-Byass überzeugt und hat seit dem letzten Jahr mit einem Ableger seines Rioja-Weingutes Beronia auch Rueda im Portfolio.

„Verdejo besticht durch florale Noten und eine gute Säurestruktur.“

„Dazu ist er meist zu einem mehr als vernünftigen Preis zu haben“, erklärt Pedro Rebuelta González, Vizepräsident von González Byass.

„Er hat gute Chancen, zum Publikumsliebling zu avancieren.“

Um das Weisswein-Angebot nach oben abzurunden, hat die Unternehmensgruppe ausserdem gerade das Weingut Pazos de Lusco in Rías Baixas erworben.

Trend 4: Pinot Grigio aus dem Friaul

Friaul - Norditalienischer Geheimtipp
Friaul – Norditalienischer Geheimtipp

Noch gilt die norditalienische Region als Geheimtipp – das könnte sich aber bald ändern, denn sie bietet in puncto Weisswein alles, was gerade angesagt ist.

Allen voran saftigen Pinot Grigio, aber auch aromatische Sauvignon Blancs und elegante Chardonnays.

Ausserdem laden autochtone Rebsorten wie Ribolla und Friulano zum Entdecken ein.

„Unsere Weine haben eine besondere Frische und Fruchtigkeit, die aus einem grossen Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht in den Weinbergen resultiert“, erklärt Martina Moreale, Inhaberin des Weingutes Roncal.

Viele grosse Italienimporteure haben sich jüngst verstärkt mit Weinen aus der Region eingedeckt.

Es ist also zu erwarten, dass die friaulischen Weine bald häufiger hierzulande angeboten werden.

Trend 5: Malbec aus Argentinien

Hochwertige Rotweine aus der neuen Welt sucht man am Besten in Argentinien. Es ist kein Zufall, dass man Weine von dort nicht im Discounter findet – hier wird, im Gegensatz zum Nachbarland Chile, nicht auf einfache Qualitäten als Umsatzbringer gesetzt.

Die typische Rebsorte ist der Malbec, der in seinem Heimatland Frankreich nahezu keine Rolle mehr spielt, in dem Andenland aber grossartig gedeiht. Und auch wenn man ihn nicht im supergünstigen Preissegment findet, ein Vermögen muss man für sie trotzdem nicht hinblättern.

Gerade stehen die Marktgegebenheiten sehr günstig für den Export – was in dem von Finanzkrisen gebeutelten Land lange anders war, berichtet Andrew Maidment, Export Manager des Verbandes Wines of Argentina.

Deshalb streben jetzt mehr argentinische Weinproduzenten auf Auslandsmärkte. Und da Argentinien ausserdem für Premium-Rindersteaks bekannt ist, versteht es sich fast von selbst, welche Speisen der füllige Rote wohl am besten begleitet.

Trend 6: Ätna-Weine

Weine von der Vulkanregion um den Ätna - Hoch im Kurs bei Weinliebhabern
Weine von der Vulkanregion um den Ätna – Hoch im Kurs bei Weinliebhabern

Wein vom Vulkan – allein bei der Vorstellung fallen schon bestimmte Sinneseindrücke ein.

Das feuerspeiende Markenzeichen der Insel Sizilien steht, grossen Widrigkeiten zum Trotz, hoch im Kurs bei Weinbauern und Liebhabern.

An den zerklüfteten Hängen ist die Bewirtschaftung harte Arbeit, dennoch haben mittlerweile fast alle grossen Winzer der Insel und auch aus anderen Teilen Italiens hier investiert.

Weinautor und Italienexperte Helmut Knall stellte die Region vor, in die er sich nach eigener Aussage verliebt hat.

Mit dabei waren weisse Etna Bianchi wie der „Quantico“ vom Emmi Veruccia, der neben frischen gelben Blüten auch Aromen von Feuerstein und Rauch verströmt.

Ebenso der Etna Rosso z.B. von Gambino Tifeo, ein feingliedriger, mineralischer Roter mit leichter Pfefferwürze, der aber vor allem saftig und trinkig ist.

Knalls Liebling, „der beste Pirat für jede Verkostung“, ist aber der Bianco di Nera „Classe 39“ von La Contea, der für ihn alles hat: gelbe Frucht, Salzigkeit, eine fleischige Textur – alles in Balance.

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Trend 7: Rotwein aus Bulgarien

Bulgarische Weine - Fortschrittlich und Modern
Bulgarische Weine – Fortschrittlich und Modern

Die osteuropäischen Weinländer holen auf – wer mit ihnen noch immer vor allem den günstigen, süssen Mazedonier aus dem Supermarktregal verbindet, begeht einen Fehler.

Sommelier Markus Berlinghof widmete sich auf dem Messe Bulgarien, einem der ältesten Weinländer überhaupt: „Hier wurden in den vergangenen Jahren wieder viele Fortschritte gemacht.

Vor allem bulgarische Weine aus internationalen Sorten bestechen mit einem sehr modernen Stil, den auch ich zunächst nicht erwartet hätte.“

Die Bandbreite ist gross – ätherisch-kräuterige Noten bietet der „Pixels Cabernet Sauvignon“ von Saedynenie.

Johannisbeere auf kräftigen Gerbstoffen entdeckt man  beim „Ornament Syrah“ von Vinzavod Assenovgrad.

Und wer es fruchtig-robust mag, wird beim „Hypnõse“ von Godai fündig.

Trend 8: Design-Dekanter

Design Dekanter von Zwiesel - Stilvoller Weingenuss
Design Dekanter von Zwiesel – Stilvoller Weingenuss

Schmeckt nicht nur besser, sondern sieht auch besser aus: Die grossen Glashersteller lassen sich für den stilvollen Weingenuss immer ausgefallenere Designs für Dekanter einfallen.

Für Schott Zwiesel entwarf das schwedische Designer-Duo Bernadotte & Kylberg den „Airsense“.

Am Boden des mundgeblasenen Dekanters befindet sich eine Glaskugel, die nicht nur ein Hingucker ist, sondern vor allem die Belüftungsfunktion verstärken soll.

Der „Ayam“ von Riedel ahmt die Silhoutte eines Hahnes nach – sein Name ist das malaiische Wort für eine besonders edle indonesische Hühnerrasse.

Durch seine Form wird der Wein sowohl beim Aus- als auch beim Einschenken belüftet, was die Dekantierzeit verkürzt.

Aus dem Hause Spiegelau kommt das Modell „Up & Down“, das man auch auf den Tisch legen kann.

Damit erinnert es trendgerecht an eine Amphore, die derzeit unter Winzern, die mit Orange Wine experimentieren, eine kleine Renaissance erlebt.

Trend 9: Edle Hüllen für Weinpräsente

Es muss nicht immer die Tüte oder der Karton sein: Besonders elegant sehen Wein- oder Sektflaschen in edlem Papier aus. Geschenkpapier speziell für Weinflaschen stellt die Münchner Designerin Britta Schmidt unter ihrem Label Lapabri her.

Zur Auswahl stehen nicht nur verschiedene Muster, die man z.B. auf den Flascheninhalt oder den Anlass abstimmen kann. Ausserdem stellt die Designerin auch mehrere Möglichkeiten vor, wie man die Flasche umhüllen kann – dabei kommt es auch darauf an, ob es sich um eine Bordeaux-, Burgunder- oder Schlegelflasche handelt. Viele Möglichkeiten also, um mit dem Weinpräsent Stil zu beweisen.

Über die Autorin

Alice Gundlach arbeitet seit 2005 als Journalistin, seit 2011 ist sie freie Autorin mit den Schwerpunkten Wein und Food. Davor schrieb sie schon als angestellte Redakteurin regelmässig über Weinthemen.

Sie ist spezialisiert auf die Weinregionen Deutschlands und Italiens.

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